Ausstellungsvorschau

Elger Esser "zeitigen"

20. Februar – 10. Juli 2016

Der Große Staatspreis für Bildende Kunst Baden-Württemberg, der Oskar Schlemmer-Staatspreis, wird 2016 an den in Stuttgart geborenen Künstler Elger Esser verliehen. Aus diesem Anlass zeigt die Kunsthalle eine Ausstellung mit mehreren Zyklen seiner großformatigen fotografischen Werke. Esser hat in den letzten zwanzig Jahren ein umfangreiches Werk erarbeitet, in dem er sich der Logik der Mediumentwicklung widersetzt: Der Künstler vertraut noch den vordigitalen fotografischen Techniken und nimmt Bezug auf historische Verfahren der Piktorialisten und auf Bildmuster der europäischen Landschaftsmalerei. Esser war Meister-Schüler von Prof. Bernd Becher an der Düsseldorfer Kunstakademie und von 2006-2009 Professor für Fotografie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Der in Düsseldorf lebende Künstler stellt regelmäßig international aus; seine Werke sind in zahlreichen bedeutenden Museen vertreten. mehr

Elger Esser: Île Saint Martin II@ Elger Esser, Frankreich 2000, C-Print auf Dia Sec Face, 138 x 182 cm, Edition 7 + 1 AP

formlos

Kunst nach 1945

19. März – 14. August 2016

JUNGE KUNSTHALLE

Gestische Malerei war eine Richtung der Abstraktion, der sich in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts Künstler wie Karl Otto Götz, Asger Jorn, Bernard Schultze und Emil Schumacher verschrieben. Ihre Bilder kamen weitgehend ohne gegenständliche Bezüge und ohne Vorzeichnung aus; im Zentrum ihrer Kunst des Informel standen Spontaneität, Prozessualität und die Materialität der Farbe.
Kinder bedienen sich ganz natürlich einer ähnlichen Arbeitsweise, wenn sie mit Farbe experimentieren. In der Jungen Kunsthalle können Kinder und Jugendliche Werke aus der Sammlung studieren und selbst mit vollem Körpereinsatz aktiv werden.

Karl Otto Götz, Bild vom 3.2.1953

DOUBLE VISION

Albrecht Dürer & William Kentridge

10. September 2016 – 08. Januar 2017

Albrecht Dürer (1471-1529) und William Kentridge (geb. 1955) – der deutsche Renaissancekünstler und der global tätige Gegenwartskünstler mit südafrikanischen Wurzeln – begegnen sich im Medium der schwarz-weißen Druckgrafik, das sie auf vielfältige Weise ausloten. Über die epochalen und kulturellen Unterschiede hinweg werden zwei Visionen von druckgrafischer Kunst in einen dynamischen Dialog versetzt. Die besondere Ausdruckskraft ihrer Bilder wird im Vergleich unterschiedlicher Druckverfahren wie Holz- und Linolschnitt, Lithographie und Radierung sichtbar. Eine wesentliche Grundlage bildet dabei der umfangreiche Bestand an Druckgraphik von Albrecht Dürer im Kupferstichkabinett der Kunsthalle.
DOUBLE VISION ist eine Kooperation des Kupferstichkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin mit der Kolleg-Forschergruppe BildEvidenz der Freien Universität Berlin und der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Parallel zur Ausstellung DOUBLE VISION zeigt das ZKM l Karlsruhe die Projektion More Sweetly Play the Dance von William Kentridge aus dem Jahr 2015.

Albrecht Dürer: Die Buße des Hl. Johannes Chrysostomus, um 1496. Kupferstich. © bpk / Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinet / Volker-H. Schneider
William Kentridge: Remembering The Treason Trial, 2013. Lithographie. © William Kentridge

Black and White

Begleitprojekt zu DOUBLE VISION Albrecht Dürer & William Kentridge

10. September 2016 – 08. Januar 2017

JUNGE KUNSTHALLE

Ausgehend von der Präsentation im Hauptgebäude beleuchtet die Begleitausstellung in der Jungen Kunsthalle nicht nur die beiden Künstler als herausragende Persönlichkeiten ihrer Epoche, sondern auch die Entwicklung der druckgraphischen Techniken und die daraus resultierenden Möglichkeiten. Albrecht Dürer und William Kentridge verbindet sowohl das Medium der schwarz-weißen Druckgraphik wie auch das Interesse an ihrer Zeit, die sie in ihrem Werk reflektieren. In den Werkstätten laden verschiedene Drucktechniken zum Ausprobieren ein. Das Angebot ist für alle Altersgruppen und Schularten geeignet.

Albrecht Dürer: Rhinozeros, 1515, Holzschnitt © bpk / Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

CÉZANNE
Metamorphosen

Große Sonderausstellung des Landes Baden-Württemberg
28. Oktober 2017 – 11. Februar 2018

Nach der erfolgreichen Ausstellung Degas. Klassik und Experiment von 2014/15 nimmt diese Ausstellung das Werk seines bedeutenden Zeitgenossen Paul Cézanne (1839–1906) in den Blick. Cézanne gilt auf Grund seiner Tendenz zur Abstraktion der Bildelemente als Wegbereiter der modernen Malerei. Die Ausstellung erweitert diesen Ansatz: Sie deutet Cézannes Kunst aus einer produktiven Spannung, in der innovative Bildverfahren ebenso wirksam werden wie die kreative Aneignung von Bildern der Kunstgeschichte. Die Karlsruher Ausstellung ist daher bewusst nicht als Retrospektive chronologisch angelegt, sondern als Themenausstellung, die eine neue Perspektive auf das scheinbar so gut bekannte Werk des Künstlers eröffnet.

Paul Cézanne, Blick auf das Meer bei L'Estaque, 1883-1885 © bpk / Staatliche Kunsthalle Karlsruhe