Friedrich Brentel: Turmbau zu Babel, wohl 1606 – 1610 © Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Das Besondere Blatt
Friedrich Brentel

Turmbau zu Babel, wohl 1606 – 1610

1. Oktober – 31. Dezember 2017

 

Alle drei Monate zeigt das Kupferstichkabinett aus seinem reichen Bestand an Zeichnungen und Druckgrafiken ein ausgewähltes Blatt. Den BesucherInnen werden so Einblicke in eine Sammlung ermöglicht, deren empfindliche Werke auf Papier nur selten zu sehen sind.

 

Ab Oktober ist das besondere Blatt eine aquarellierte Zeichnung des Straßburger Miniaturisten und Grafikers Friedrich Brentel. 

 

Als Symbol menschlicher Überheblichkeit und Selbstüberschätzung fasziniert die Geschichte vom „Turmbau zu Babel“ seit jeher. Der übermütige Wunsch einen Turm zu errichten, dessen Spitze bis an den Himmel reicht, wird von Gott mit der Sprachverwirrung bestraft.

 

Bildende Künstler entdeckten schon bald das erzählerische Potenzial des Motivs und so kann sich der Straßburger Miniaturist und Grafiker Friedrich Brentel (1580–1651) auf eine längere Tradition berufen, die u.a. von einem berühmten Maler wie Pieter Brueghel d. Ä. geprägt wurde.

 

Ebenso wie dieser interessiert sich Brentel in seiner figurenreichen Darstellung nicht allein für die unterschiedlichen Tätigkeiten der zahlreichen am Turmbau beteiligten Handwerker. Im Zentrum von Brentels Zeichnung steht die Großbaustelle. Dieser stellt er den Palast des Herrschers Nimrod, der als Inbegriff ungebremsten weltlichen Machtstrebens erscheint, gegenüber.

 

Die aquarellierte Zeichnung stammt aus einem von zwei Klebebänden Friedrich Brentels, die sich in der Sammlung der Kunsthalle befinden. Das Besondere Blatt ist im Studiensaal im Hauptgebäude ausgestellt.

 

 

Führung

Am Mittwoch, den 15. November findet um 13 Uhr ein Kunstimbiss mit Dr. Astrid Reuter zu Friedrich Brentels Turmbau zu Babel statt.

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