Moritz von Schwind, Der Sängerkrieg auf der Wartburg, 1837,
© bpk / Staatliche Kunsthalle
Karlsruhe

Das Besondere Blatt
Moritz von Schwind (1804 - 1871)

Der Sängerkrieg auf der Wartburg, 1837

1. Januar – 31. März 2017

 

Alle drei Monate zeigt das Kupferstichkabinett aus seinem reichen Bestand an Zeichnungen und Druckgrafiken ein ausgewähltes Blatt. Den Besuchern werden so Einblicke in eine Sammlung ermöglicht, deren empfindliche Werke auf Papier nur selten zu sehen sind.

 

 

Vor dem thronenden Landgrafen Hermann von Thüringen und seiner Frau Sophie kommt es im Sängerkrieg auf der Wartburg zum Höhepunkt: Der ungarische Magier Klingsor springt erregt auf und zwingt seinen Kontrahenten Wolfram von Eschenbach im Rededuell zur Aufgabe. Zahlreiche Figuren aus der mittelhochdeutschen Gedichtsammlung des "Wartburgkrieges" beleben die Szene: Neben dem aufgebrachten Klingsor steht der vormals unterlegene Heinrich von Ofterdingen, dem der Zauberer zur HiIfe eilte. Hinter Eschenbach blickt Reinmar der Alte erwartungsvoll zum Landgrafen, während Walter von der Vogelweide beim Herabschreiten der Treppe zurückblickt. Im Vordergrund bringt links der feiste Haushofmeister die Siegergeschenke, rechts wird der Henker vertrieben, der den zuvor unterlegenen Ofterdingen hinrichten sollte.

Von 1840 bis 1844 hielt sich der gebürtige Wiener Moritz von Schwind in Karlsruhe auf, wo er die Wandmalereien für die Kunsthalle entwarf und großteils auch selbst ausführte. Sein großes Fresko im Treppenhaus mit Darstellung der Einweihung des Freiburger Münsters gehört zu seinen bedeutendsten Werken. 1838 hatte er das vielfigurige Aquarell mit dem Wartburgkrieg als Beweis seines Kompositionstalentes an Großherzog Leopold von Baden geschickt, um den Auftrag in Karlsruhe zu erhalten. Leopold erwarb es für seine Privatsammlung und engagierte den Künstler. Im Kupferstichkabinett sind rund 160 Zeichnungen des Künstlers vorhanden.


FÜHRUNG

Mittwoch, 25. Januar, 13 Uhr

Kunstimbiss

Dr. Dorit Schäfer

Archiv