Jan Both, Ponte Molle, um 1615-1652

Vertraute Fernen

Landschaftsradierungen 17. Jahrhundert

bis 25. November 2012 im Vorlegesaal des Kupferstichkabinetts

 

Das Studium der Natur findet in der deutschen Kunst mit Albrecht Dürer einen ersten Höhepunkt. Die in religiöse Darstellungen ebenso wie in Porträts eingebundenen Landschaftsausschnitte überzeugen durch die Vielfalt der bis in kleinste Details wiedergegebenen Naturformen. Losgelöst von anderen Bildthemen emanzipiert sich die Landschaft als eigenständiges Genre jedoch erst um 1600.

 

Wegweisend wurden nun italienische Künstler wie Annibale Carracci (1560–1609) und Domenichino (1581–1641), deren Werke die nördlich der Alpen tätigen Malern auf ihren Reisen in den Süden kennenlernten. Während ihrer Studienaufenthalte in Rom studierten sie nicht nur die Antike und die Alte Kunst, sie wandten sich zunehmend auch der Landschaft zu.

 

Dabei steht Italien in der Folgezeit für so unterschiedliche Traditionen wie die Veduten eines Herman van Swanevelt (um 1600?–1655) oder die idealen, von Licht durchdrungenen Ansichten eines Claude Lorrain (um 1600–1682), dessen Duckgrafiken einen Umgang mit der Radiernadel von außergewöhnlicher Experimentierfreude aufweisen. Zeitgleich erreichte die Kunst der Landschaftswiedergabe auch in den Niederlanden einen Höhepunkt. Einen herausragenden Vertreter findet sie dort unter anderem in Rembrandt (1606–1669).