40 Jahre Kinder- und Jugendmuseum

40 Jahre Kinder- und Jugendmuseum
in der Kunsthalle

1973 startete eine neue Ära der Kunstvermittlung in Karlsruhe

Die Junge Kunsthalle hat im November etwas zu feiern: Genau 40 Jahre ist es her, dass die Museumspädagogik der Kunsthalle das Kindermuseum mit der ersten Ausstellung Museum macht Spaß begründete. Damit gehört der Vorläufer der Jungen Kunsthalle, neben den Kindermuseen in Berlin und Frankfurt, zu den ersten und renommiertesten Kindermuseen in Deutschland.

 

Im Februar 2009 bezog das seither Junge Kunsthalle genannte Museum ein eigenes Gebäude zwischen Hauptgebäude und Orangerie, mit eigenen Ausstellungs- und Aktionsräumen. Bei der Sanierung des historischen Baudenkmals von Heinrich Hübsch 2009/2010 wurden die Innenräume im Obergeschoss der neuen Nutzung angepasst. Die Junge Kunsthalle zählt heute Kinder ab dem Vorschulalter, aber auch Jugendliche und Erwachsene zu ihren Besuchern.


Die über 60 Ausstellungen, die das Museum seit 1973 gezeigt hat, werden jetzt noch einmal in der Jungen Kunsthalle in Erinnerung gerufen: darunter Zeitge-schichtliches wie Herkules und Supermann (1978) und Hogwarts-Express (2002), Abenteuerliches wie  Die Ratter-Knatter-Maschine und andere irre Erfindungen von Kindern für Kinder (1980), immer wieder Zeitreisen ins historische Karlsruhe mit der Reihe Kinder von heut‘ spielen Karlsruher Leut‘ und natürlich Kunsthistorisches wie Loplops Traum – Die phantastische Welt des Max Ernst (2000). Fotos, Objekte und gut Konserviertes sind ab dem 9. November bis zum Jahresende im Obergeschoss zu sehen.

Kunstvermittlung mit Bildungsauftrag

Pro Jahr zeigt das Museum zwei bis drei Ausstellungen, immer unter dem Motto: „Mit allen Sinnen Kunst wahrnehmen, sich lustvoll mit Kunst auseinandersetzen, selbst zum Akteur werden und dabei Neues lernen und entdecken!“ Eine bereits in den 40er-Jahren entstandene museumspädagogische „Erziehungsabteilung“ wurde in den 60er-Jahren ausgebaut. Die damalige Leiterin des Referats Museumspädagogik, Frau Dr. Anne Reuter-Rautenberg, startete 1973 das in Deutschland neue Konzept, das den guten Ruf der Karlsruher Museumspädagogik begründete: Zunächst wurden – damals ein revolutionärer Akt – Gemälde auf Augenhöhe der Kinder gehängt und Bilderklärungen speziell für Kinder und Jugendliche verfasst. Außerdem wurden für die jungen Besucher relevante thematische Ausstellungen konzipiert, die sich an Gemälden aus der Sammlung orientierten und sich Gattungen, Mal- und Grafiktechniken vornahmen. Historische Themen wurden – mit Rollenspiel, Theater und Musik – als ein völlig neuer Typus lebendiger Ausstellungen präsentiert. Ebenso besondere Beachtung finden bis heute immer wieder Ausstellungen zeitgenössischer Künstler/-innen, wie aktuell die der Münchner Künstlerin Alexandra Huber.


Der Bildungsauftrag des Museums ist dabei bis heute die Grundlage aller Aktivitäten. Das museumspädagogische Programm stellt mit seinen besonderen Vermittlungsmethoden als außerschulisches Lernangebot eine wichtige Ergänzung zur schulischen Wissensaneignung dar. In den Orientierungsplänen der Vorschule und den Bildungsplänen aller Schultypen sind Besuche im Museum fest verankert. Die Junge Kunsthalle ermuntert Kinder und Jugendlichen durch abwechslungs-reiche Methoden, unterschiedliche Aspekte ihrer Lebenswelt kennenzulernen und gedanklich zu durchdringen. Die Junge Kunsthalle bietet hierfür Zugangsweisen, in dem sie ästhetische und kreative Potentiale anspricht, den Spaß am Lernen fördert und zum selbständigen und selbstverständlichen Umgang mit Kunst und dem Museum als Lern- und Freizeitort anregt.