Johann Evangelist Holzer (1709-1740), Die vier Elemente, 1734, Feder in Braun, Aquarell und Deckfarben

Das Besondere Blatt
- Johann Evangelist Holzer (1709-1740)

Die vier Elemente, 1734

1. Oktober bis 31. Dezember 2013

 

Alle drei Monate zeigt das Kupferstichkabinett aus seinem reichen Bestand an Zeichnungen und Druckgrafiken ein ausgewähltes Blatt. Den Besuchern werden so Einblicke in eine Sammlung ermöglicht, deren empfindliche Werke auf Papier nur selten zu sehen sind.

Zu den besonderen Kostbarkeiten des Karlsruher Kupferstichkabinetts zählen drei Fächerentwürfe des Südtiroler Malers Johann Evangelist Holzer. Einst berühmt für seine Fresken und Fassadenmalereien, demonstriert er auf diesem kleinen Format seine ganze Kunstfertigkeit.

So zeigt er auf einem der drei halbrunden Blätter in der Mitte Vertumnus, den etruskischen Gott des Wandels. Er sitzt Flöte spielend auf einem Felsblock mit den Symbolen des Tierkreises und ist umgeben von den Personifikationen der vier Jahreszeiten. Auch die kleinen Steinputten, die links und rechts auf Sockeln stehen, verkörpern Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
An den Bildrändern sind die vier Elemente dargestellt: Links fliegt ein Genius mit einer rauchenden Feuerschale über einem Flussgott, rechts lagert die Erdgöttin Rhea mit ihrem Löwen und einem Füllhorn voller Früchte unter Äolus, dem schwebenden Gott der Lüfte.

Hinterfangen wird die farbige, vom bräunlichen Papierton dominierte Szene von einer hellgrauen Architekturkulisse, in die der Künstler Medaillons mit Verkörperungen der fünf Sinne setzte. Zeit, Wahrnehmung und selbst Materie, alles scheint im Wandel in diesem kunstvollen Schauspiel, das Holzer mit flüssigem Strich, zarten Farben und anmutigen Bewegungen wirkungsvoll in Szene setzt.