Ferdinand Keller (1842 – 1922), Landschaft am Seeufer, 1861

Das Besondere Blatt
Ferdinand Keller (1842-1922)

Landschaft am Seeufer, 1861

1. Januar bis 31. März 2014

 

Alle drei Monate zeigt das Kupferstichkabinett aus seinem reichen Bestand an Zeichnungen und Druckgrafiken ein ausgewähltes Blatt. Den Besuchern werden so Einblicke in eine Sammlung ermöglicht, deren empfindliche Werke auf Papier nur selten zu sehen sind.

Wie durch eine Zeltöffnung sticht der schräge Baumstamm in das dichte Laubdach und gibt den Blick frei auf einen See. Die perspektivische Wirkung des dunklen Stammes wird unterstützt durch die Farbgebung: Zweige, Lianen und Blätter wurden als filigrane Bleistiftzeichnung auf dem weißen Papier stehen gelassen, doch den wuchtigen Baum und seine Umgebung kolorierte der Künstler mit dunklem Braun sowie kühlen Blau- und Grüntönen.
Im Hintergrund leuchtet der Himmel in smaragdfarbenen Aquarellfarben, die den Blättervorhang des Vordergrundes aussparen. Eine große Frische geht von dieser Landschaft aus, die in einer einfachen und klaren Komposition die urwüchsige Gewalt des Dschungels spüren lässt.

Ferdinand Keller (1842–1922), gefeierter Historienmaler der Gründerzeit, verbrachte als Teenager rund vier Jahre in Brasilien, wo er autodidaktisch zahlreiche Zeichnungen und Aquarelle schuf. Sie legen Zeugnis ab von seiner hohen künstlerischen Begabung, die ihn nach seiner Rückkehr zum Studium an die Karlsruher Akademie führte. Noch heute befinden sich Hunderte seiner frühen brasilianischen Blätter im Karlsruher Kupferstichkabinett.

Eine Führung zu diesem Aquarell und zu weiteren brasilianischen Zeichnungen Kellers findet statt am Mittwoch, dem 19. Februar, um 13 Uhr (Kunstimbiss).