Rembrandts Selbstbildnis

Rembrandt Harmenszoon van Rijn, Selbstbildnis, um 1650, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Rembrandts Selbstbildnis


Das Selbstbildnis von Rembrandt Harmenszoon van Rijn wurde 1761 für Markgräfin Karoline Luise von Baden auf einer Versteigerung in Paris erworben. Seit der Gründung der Karlsruher Kunsthalle zählt es zu ihrem Bestand.

Das Gemälde stellt den Maler mit goldverziertem Barett, einem Ohrring und in Fantasietracht dar, und es besticht durch die virtuose Wiedergabe der Materialien in sanften Brauntönen. Aufgrund seiner Ausdruckskraft wurde es von vielen Künstlern kopiert, unter anderen von Walter Conz (1872–1947), der eine Radierung anfertigte.

Harry L. Ettlinger und Rembrandts Selbstbildnis

Ein Abzug gelangte 1906 als Jahresgabe des Badischen Kunstvereins in den Besitz Otto Oppenheimers (1875–1951) aus Bruchsal, den Großvater Harry Ettlingers. Harry Ettlinger gehörte später zu einer Gruppe amerikanischer Kunstschutzoffiziere, die sich gegen Ende des Zweiten Weltkriegs um den Schutz des deutschen Kulturgutes, also Kulturgut ihrer Feindesmacht, bemühten.

Dem jungen Ettlinger gefiel diese Grafik sehr, doch da es Anhängern des jüdischen Glaubens während des Nationalsozialismus untersagt war, öffentliche Museen zu betreten, konnte er die Vorlage in der Kunsthalle nicht kennenlernen, und das obwohl er nur ein paar Straßen entfernt wohnte.

So kam es, dass Ettlinger das Gemälde erstmals 1945 im Original sah, als er im Rahmen seiner Tätigkeit als „Monuments Man“ die ersten Bergungskisten der Kunsthalle im Salzbergwerk Heilbronn öffnete.

In einer davon befand sich das Rembrandt-Porträt. Zusammen mit den übrigen Sammlungsbeständen brachte es Ettlinger der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe zurück.

Historische Aufnahme Harry Ettlinger und Rembrandts Selbstporträt im Salzbergwerk Heilbronn, Courtesy National Archives

Am 15. Februar 2014 nahm „Monuments Man“ Harry L. Ettlinger an einem öffentlichen Podiumsgespräch in der Kunsthalle teil, bei dem er von seiner Mission bei den „Monuments Men“ erzählte. Im Anschluss an die Veranstaltung verlieh Kunststaatssekretär Jürgen Walter Harry Ettlinger die Staufermedaille in Gold, eine der höchsten Ehrungen des Landes Baden-Württemberg. Zu diesem Anlass sah er auch das Rembrandt-Gemälde wieder, das er am Ende des Zweiten Weltkriegs gefunden und gerettet hat.

Harry Ettlinger zwischen dem Original-Rembrandt und einer Radierung. Eine andere Kopie besaß auch sein Großvater.

Interview mit Harry Ettlinger bei 300 Jahre 300 Köpfe:
Harry Ettlinger, Zeitzeuge und Monumentsman, ganzes Interview