Aufruf zur Interessenbekundung hinsichtlich der Teilnahme an einem Ausschreibungsverfahren für die Gestaltung und Umsetzung einer Datenbank und Vermittlungsplattform Piranesi digital (AT), gefördert vom Land Baden-Württemberg und der Ernst von Siemens Kunststiftung

Auftraggeberin

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Hans-Thoma-Straße 2–6
76133 Karlsruhe

Form des Verfahrens

Formloses Interessenbekundungsverfahren vor Ausschreibung

Eingangsfrist für Interessensbekundungen

22.01.2021

Leistungsbeschreibung

Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe plant die Umsetzung einer Datenbank und Vermittlungsplattform, mit der die Ergebnisse eines Forschungsprojektes zu Klebebänden mit Zeichnungen von Giovanni Battista Piranesi und seiner Werkstatt gesichert und einer interessierten Öffentlichkeit präsentiert werden sollen.

Seit der spektakulären Neubestimmung von zwei Alben mit insgesamt 297 Zeichnungen können diese dem römischen Radierer, Architekten, Theoretiker, Antiquar und Antikenhändler Giovanni Battista Piranesi (1720–1778) und seiner Werkstatt zugeordnet werden. Die Zeichnungskonvolute wurden im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Schweizer Nationalfonds finanzierten interdisziplinären Forschungsprojekts erforscht.

Die Karlsruher Zeichnungen aus der Werkstatt Giovanni Battista Piranesis sind für die Piranesi-Forschung von allergrößter Bedeutung. Ihre Untersuchung ermöglicht erstmals eine detaillierte Vorstellung von den komplexen Arbeitsabläufen in der auf verschiedenen Feldern tätigen Werkstatt Piranesis (Druckgraphik, Architekturzeichnung, Innendekoration, Herstellung dekorativer Marmorobjekte aus antiken Spolien).

Die kombinierte Untersuchung (kunsthistorisch und materialtechnisch) der 297 Zeichnungen, von denen 40 auch auf der Rückseite bezeichnet sind, ermöglicht neue Erkenntnisse zu Struktur und Arbeitsweise der Piranesi-Werkstatt. Erstmals konnte beispielsweise gezeigt werden, wer welche zeichnerischen Aufgaben ausführte, wozu einzelne Zeichnungen dienten, wie Zeichnungen zu verschiedenen Zwecken mehrfach verwendet oder wie Rückseiten einmal benutzter Papiere nach Jahrzehnten mit neuen Zeichnungen gefüllt wurden.

Mit der Datenbank und der Vermittlungsplattform Piranesi digital sollen die Ergebnisse des Forschungsprojekts dauerhaft gesichert und für die internationale Forschung wie für die breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das Projekt soll Forschungsdatenbank und Instrument der digitalen Kunstvermittlung sein.

Voraussetzung dafür ist die Entwicklung eines Interfaces, das die Piranesi-Zeichnungen digital facettiert und somit einen explorativen Zugang zu den Beständen eröffnet. Dies ist wichtig, um die Zugangshürden so gering wie möglich zu halten. Klassische Sammlungsinterfaces sind auf gezielte Suche mit expliziter Anfrageformulierung ausgerichtet, was eine offene, von allgemeinen Interessen angetriebene Exploration erschwert. Eine Präsentation der Piranesi-Zeichnungen in allen ihren Details und den vielfältigen Beziehungsgeflechten soll die User*innen zum Stöbern einladen. Zugleich soll die Datenbank klassische suchbasierte Zugänge ermöglichen, die den Interessen der Fachwissen-schaftler*innen gerecht werden, die das Portal mit zielgerichteten Suchanfragen aufrufen.

Umsetzung

Die Datenbank soll unter Beachtung bzw. Einbeziehung folgender Aspekte umgesetzt werden:

  • Idealerweise wird eine Open Source Software verwendet. Dies soll sowohl das CMS, über das die Daten und zusätzliche Inhalte ausgespielt werden, als auch mögliche Tools für eine Visualisierung der Datensätze umfassen.
  • Die Inhalte der Datenbank sollen unter Open-Access-Bedingungen zugänglich gemacht werden, so dass eine freie Nutzung gewährleistet ist.
  • Die Inhalte von Piranesi digital sollen in die Deutsche Digitale Bibliothek und ähnliche Plattformen eingespeist werden.
  • Mittels Nutzerkonto können Wissenschaftler*innen ihre Forschungsergebnisse in das Portal einspeisen. Dies bietet die Möglichkeit, die internationale Piranesi-Forschung digital zu vernetzen.
  • Um den internationalen Charakter des Forschungsprojektes zu unterstreichen, wird angestrebt, die Website mehrsprachig zu realisieren.

Mit der Gestaltung der Datenbank bzw. Vermittlungsplattform sind u. a. folgende Ziele verbunden:

  • zielgruppenorientiertes Design unter besonderer Berücksichtigung der UX
  • benutzerfreundliches CMS
  • intuitive Navigation
  • full responsive
  • Schnittstellenmanagement, u.a. zur Sammlung online der Kunsthalle
  • technische Voraussetzungen zur SEO-Optimierung

Die Datenbank zeichnet sich durch eine zeitgemäße, aber klare Struktur aus und minimiert die Absprungrate der User*innen bzw. maximiert deren Verweildauer.

Das Design der Datenbank soll eindeutig erkennen lassen, dass es sich um ein weiteres Onlineangebot der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe handelt. Das Angebot muss nach den Vorgaben des Landes-Behindertengleichstellungsgesetzes möglichst barrierefrei umgesetzt werden.

Wir erwarten von den potenziellen Auftragnehmer*innen, dass diese mit den Kriterien der DSGVO bestens vertraut sind und die Richtlinien bei der Umsetzung der Datenbank berücksichtigen. Das Angebot soll datensparsam umgesetzt werden.

Durchführungszeitraum

Es ist vorgesehen, dass das Projekt von den entsprechenden Auftragnehmer*innen bis September 2021 umgesetzt wird.

Erforderliche Angaben

Die Interessenbekundung sollte idealerweise folgende Informationen beinhalten:

  • Hintergrundinformationen zum Unternehmen und dessen Entwicklung in den vergangenen Jahren
  • Anzahl der Mitarbeiter*innen
  • Nennung möglicher Projektpartner*innen
  • CMS-Vorschlag
  • Vorschlag zum Projektmanagement (insbesondere bei der Zusammenarbeit mit Partner*innen)
  • Grober Zeitplan mit Meilensteinen
  • Benennung von Referenzprojekten

Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe ist gegenüber jungen und innovativen Agenturen aufgeschlossen.

Sonstige Bedingungen

Rechtliche Forderungen oder Ansprüche auf Ausführung der Maßnahme oder finanzielle Mittel der Bewerber*innen bestehen mit der Teilnahme am Interessenbekundungsverfahren nicht. Die Teilnahme ist unverbindlich.

Einreichen der Bewerbungsunterlagen

per Mail an den Kaufmännischen Geschäftsführer, Herrn Florian Trott, trott@kunsthalle-karlsruhe.de.

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