Wer und wann war Baldung?

Hans Baldung Grien

Der Künstler lebte und arbeitete im 16. Jahrhundert – einer Zeit der Umbrüche, die der Straßburger Maler in seinem vielfältigen Werk widerspiegelt.

Baldungs Leben in Daten

  • 1484 oder 1485 wird Hans Baldung Grien wohl in Schwäbisch Gmünd geboren. Informationen zu Baldungs Kindheit und Jugend sind nicht überliefert. Seine künstlerische Ausbildung und Gesellenzeit lassen daher Raum für Spekulation. Kunstwerke, die aus dieser Zeit erhalten sind, erlauben allerdings Rückschlüsse.
  • Von 1503 bis 1508 ist Baldung in der Werkstatt von Albrecht Dürer in Nürnberg entweder als Mitglied oder für Auftragsarbeiten tätig.
  • Ab 1509 lebt Baldung in Straßburg. Belegt ist, dass er im April diesen Jahres das Straßburger Stadtrecht erwirbt.
  • 1512 zieht Baldung mit seiner Frau Margaretha Herlin nach Freiburg und richtet dort eine Werkstatt ein. Er hatte sich zu dieser Zeit bereits einen guten Ruf als Künstler erarbeitet und wird vermutlich aufgrund seines großen Renommes nach Freiburg berufen, um dort den Hochaltar des Münsters zu entwerfen.
  • 1518 kehren Baldung und Herlin nach Straßburg zurück.
  • Bis zu seinem Tod 1545 lebt und arbeitet Baldung erfolgreich in Straßburg.

Wichtige historische Ereignisse

An der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit im 15. und 16. Jahrhundert beschäftigten die Menschen weitreichende Veränderungen in Gesellschaft, Religion und Kunst, deren Schlagworte Humanismus, Reformation und Renaissance sind.

  • 1487 erscheint das „Malleus maleficarum“, der sogenannte Hexenhammer, ein Handbuch zur Verfolgung von Hexen von Heinrich Kramer und Jacob Sprenger.
  • 1492 „entdeckt“ Christoph Kolumbus Amerika.
  • 1516 wird Johannes Geiler von Kaysersbergs Predigtserie zum Hexenwesen veröffentlicht.
  • 1517 markiert der Thesenanschlag Martin Luthers den Beginn der Reformation.
  • Ab 1524 werden in den Bauernkriegen mehr Rechte für Bauern von Aufständischen gewaltsam eingefordert.
  • 1528 stirbt Albrecht Dürer.

Baldungs Werke in Zahlen

Der rätselhafte Holzschnitt Der behexte Stallknecht gilt als verkapptes Selbstbildnis Baldungs und steht den drei anderen in der Ausstellung präsentierten Selbstporträts daher augenzwinkernd als nur „halbes“gegenüber.

Viele internationale Leihgaben konnten für die Ausstellung gewonnen werden. Die ungewöhnlichste Leihgeberin ist Queen Elizabeth II.

Das Gemälde Lot und seine Töchter wurde zu einem unbestimmten Zeitpunkt in mehrere Teile zerlegt. 3 von 4 Fragmenten sind bekannt und konnten im Herbst 2019 für die Kunsthalle erworben werden.

Vor 60 Jahren fand in der Kunsthalle schon einmal eine Ausstellung zu Hans Baldung Grien statt, die am 4. Juli 1959 Eröffnung feierte.

Der Durchmesser des kleinsten ausgestellten Baldung-Werks beträgt 5,6 Zentimeter.

Die Ausstellung umfasst Werke aus der gesamten Schaffenszeit Baldungs von circa 1501 bis 1545, insgesamt 44 Jahre.

Die Ausstellung versammelt 250 Werke.

Eines der bedeutendsten Werke der Karlsruher Baldung-Sammlung ist die Markgrafentafel. Sie wurde in circa 1.500 Stunden Arbeit aufwendig restauriert.

Baldungs letztes bekanntes Werk Die sieben Lebensalter der Frau entstand 1544.

Am weitesten gereist ist eine Leihgabe aus den USA: 8.066 Kilometer legte sie von der Westküste aus dem Bundesstaat Washington nach Karlsruhe zurück.

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