Christus als Schmerzensmann

Christus als Schmerzensmann

Albrecht Dürer

Maße:
H 30cm B 19cm
Jahr:
um 1492/93
Ort:
Saal 16

Beschreibung

Albrecht Dürers Schaffen bildet einen Höhepunkt der deutschen Renaissance. Seine Innovationskraft belegt auch der Karlsruher „Schmerzensmann“, dessen lebendige Gestalt und menschlicher Ausdruck von dem intensiven Naturstudium des noch jungen Künstlers zeugen.

Das Werk stellt Christus mit Dornenkrone und den Leidenswerkzeugen dar. Sein Körper ist gezeichnet durch blutende Verletzungen und die Wundmale der Kreuzigung. In einer Art Grabhöhle ragt er hinter einer Steinbrüstung auf. Sein Kopf ruht schwer in der Hand des rechten Arms, den er auf das hochgezogene Knie gesetzt hat. Die Geste ist Ausdruck des Nachsinnens und Trauerns und zugleich ein Zeichen der Erschöpfung Christi, dessen fragender Blick auf uns gerichtet ist.

Das Bild stellt keinen bestimmten Augenblick in der Leidensgeschichte dar, sondern verweist auf die gesamte Passion und die Auferstehung. Neuartig ist hier die Verbindung zweier Typen: des „Christus in der Rast“, der vor der Kreuzigung über das ihm Bevorstehende nachsinnt, und des „Schmerzensmannes“, der die Betrachtenden mit geöffneten Augen fixiert.

Die feinen Darstellungen im Goldgrund wurden mit Nagelpunzen in Hunderten kleiner Pünktchen eingeschlagen und zeigen eine Eule, die von zwei Vögeln angegriffen wird – Symbol für den schuldlos Verfolgten. Daneben erinnern Distelranken an die Schmerzen Christi.

Die kleinformatige Tafel wurde für die private Andacht gemalt. Sie fordert die Gläubigen zur mitfühlenden Versenkung in das Leiden Christi auf.

Daten und Fakten

Titel: Christus als Schmerzensmann
Künstler: Albrecht Dürer
Entstehungszeit: um 1492/93
Inventarnummer: 2183
Epoche: Renaissance
Material: Nadelholz
Technik: Mischtechnik
Genre: Historie
Gattung: Gemälde
Abteilung: Alte Malerei (vor 1800)
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