Merzbild 21 b, Das Haar-Nabelbild

Merzbild 21 b, Das Haar-Nabelbild

Kurt Schwitters

Maße:
H 91cm B 72cm
Jahr:
1920
Ort:
Orangerie

Beschreibung

Der Hannoveraner Kurt Schwitters, in künstlerischer Hinsicht ein Einzelgänger, gehörte zu den produktivsten Persönlichkeiten des Dadaismus. Seine Assemblage „Merzbild 21 b“ zählt zu Schwitters’ herausragenden Werken der Umbruchszeit nach dem Ersten Weltkrieg.

Schwitters war ein manischer Sammler alles Verbrauchten, Weggeworfenen, Übersehenen und Zurückgelassenen. Seine Fundstücke verarbeitete er zu Kunstwerken mit dichten Bildarchitekturen. Mit dieser neuen Materialität konterkarierte er den klassischen Werkbegriff und überführte die Malerei in die dritte Dimension.

Für seine Kunst erfand Schwitters den Begriff „Merzkunst“, der sich ironisch auf den zufällig gefundenen Wortschnipsel „Commerz“ bezieht, aber auch an das Wort „ausmerzen“ angelehnt ist. Suchte er damit auch Inhaltliches auszumerzen, Sinn durch Unsinn zu ersetzen, so erzeugt doch die Anmutung der verwendeten Gegenstände auch inhaltliche Assoziationen.

„Merzbild 21 b“ besteht aus zahlreichen Materialien wie Zeitungsausschnitten, Knöpfen, Holzplättchen, Wellpappe, Korken und Haaren, die Schwitters subtil zu einer abstrakten Komposition zusammenfügte und durch Übermalungen farblich miteinander verband. Dem Künstler ging es dabei nicht einfach um ein Formenspiel, sondern um Brüche und die Darstellung von Zerrissenheit. Seine Position hat er mit Bezug auf die Nachkriegszeit deutlich formuliert: „Kaputt war sowieso alles, und es galt, aus den Scherben Neues zu bauen. Das aber ist Merz.“

Daten und Fakten

Titel: Merzbild 21 b, Das Haar-Nabelbild
Künstler: Kurt Schwitters
Entstehungszeit: 1920
Inventarnummer: 2707
Material: Papier Pappe Holz Kork Stoff Watte Haare
Technik: Collage Ölfarbe Bleistift
Genre: Stillleben
Gattung: Gemälde
Abteilung: Neue Malerei (nach 1800)
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