Häuser in Le Pouldu

Häuser in Le Pouldu

Paul Gauguin

Maße:
H 92cm B 73cm
Jahr:
1890
Ort:
Saal 40

Beschreibung

Paul Gauguin gehört mit Paul Cézanne und Vincent van Gogh zu den Wegbereitern der Avantgarde. Sein Gemälde „Häuser in Le Pouldu“ zeigt ihn im Besitz jener künstlerischen Mittel, die seine Handschrift unverwechselbar machten.

Das Werk entstand im Jahr 1890, nachdem Gauguin mit seinen Kollegen – der „Schule von Pont-Aven“ – in das bretonische Fischerdorf Le Pouldu übergesiedelt war. Was den Blick fesselt, ist nicht die Dokumentation des Motivs, sondern gerade der Unterschied zum Abbild.

Gauguin legte „Häuser in Le Pouldu“ nicht auf die übliche Staffelung der Bildebenen hin an: Die Ferne ist fast ausgeblendet, Vorder- und Mittelgrund verweben sich zu einem Liniengeflecht der Bäume, Dächer und Figuren. Farben schließen sich im Wechselspiel zu großen, linear eingefassten Flächen zusammen. Der Künstler modellierte diese Flächen mit kurzen, parallel geführten Pinselstrichen, die noch an die Malweise der Impressionisten erinnern.

Gauguin, der sich von fernöstlichen und sogenannten „primitiven“ Vorbildern anregen ließ, suchte stets nach Motiven, die unberührt anmuteten – so auch in Le Pouldu. Wie die Trachten der Landleute unterstreichen, drückt das Gemälde eine Sehnsucht nach natürlichem, einfachem Leben aus. Le Pouldu war für Gauguin eine Station seines Rückzugs aus der Zivilisation, der kurz darauf in seinem Tahiti-Aufenthalt gipfelte. Die Sehnsucht nach der Ursprünglichkeit entfaltete hier den Keim zu einer neuen, von keiner Konvention verstellten Kunst.

Daten und Fakten

Titel: Häuser in Le Pouldu
Künstler: Paul Gauguin
Entstehungszeit: 1890
Inventarnummer: 2503
Material: Leinwand
Technik: Ölfarbe
Genre: Landschaft
Gattung: Gemälde
Abteilung: Neue Malerei (nach 1800)
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