26. Sep. 2026 bis
17. Jan. 2027

Sonderausstellung | Orangerie

Nicolas Daubanes

Le Feu intérieur


Kurz zusammengefasst

Ab Herbst widmet sich die Kunsthalle in der Orangerie dem Werk des französischen Künstlers Nicolas Daubanes (*1983). In seinen großformatigen Wandzeichnungen und Rauminstallationen beschäftigt er sich mit Machtstrukturen und dem Willen zum Widerstand gegen sie.

Seine Werke reflektieren die Ursachen und Folgen von Gewalt, sozialer Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Krieg, die Skepsis gegenüber autoritären Strukturen und autokratischen Regimen. Historische Recherchen widmet er vor allem Phänomenen der jüngeren französischen und deutschen Geschichte und Gegenwart, der Resistance im Zweiten Weltkrieg und dem Schicksal von Inhaftierten und Deportierten.

Im Zentrum seines künstlerischen Interesses steht die Auseinandersetzung mit Strukturen der Herrschaftsausübung und Strategien der Auflehnung, mit Phänomenen, die zeigen, wie sich Menschen in Unrechtssystemen gegen diese zur Wehr setzen und Gehör zu verschaffen versuchen. Spuren hinterlassen diese Prozesse an Architekturen, die Daubanes häufig in Zeichnungen visualisiert oder als authentische Objekte in seine Werke integriert. Das Spektrum der Fälle, mit denen er sich befasst, reicht vom Hausarrest, unter den Galileo Galilei vom Heiligen Offizium in der Villa Medici in Rom gestellt wurde – wo Nicolas Daubanes 2024/2025 Stipendiat ist –, über revolutionäre Künstler wie Giovanni Piranesi, Gustave Courbet und dessen Freund, den Dichter Pierre Dupont, bis zu Jean Moulin, dem einstigen Kopf des französischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus und seiner Inhaftierung im Gefängnis Montluc in Lyon. Der Gefängnis-Aufstand in Nancy, der Partnerstadt Karlsruhes, in den 1970er Jahren wird ebenso Thema der Ausstellung sein wie die Geschichte des dortigen einstigen Gefängnisses Charles III. und der einstigen Munitionsfabrik der IWKA in Karlsruhe, die heute das ZKM beherbergt.

Der Ausstellungstitel Le Feu intérieur verweist sowohl darauf, dass innerhalb von Gesellschaften Brände schwelen, als auch auf das „innere Feuer“, das Künstler, Wissenschaftler, Politiker oder Bürger, die Widerstand leisten, antreibt. Es geht um den Mut zum Ungehorsam, aus dem Ideen für Techniken der Sabotage im Widerstand, Meutereien und Subversionen rühren. Daubanes‘ Kunst hat Strategien des Überlebens und der Befreiung zum Inhalt, deren globale Aktualität unabweisbar ist.

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