Über die Sammlung

Die Sammlung der Kunsthalle Karlsruhe

3.500 Werke aus den wichtigsten Epochen der europäischen Kunstgeschichte sowie knapp 100.000 Zeichnungen und Druckgrafiken umfasst die Sammlung der Kunsthalle Karlsruhe. Zurück geht diese auf den Kunstsinn und die Tätigkeit der badischen Markgräfinnen und Markgrafen als Sammler*innen.

Eine Reise durch acht Jahrhunderte Kunstgeschichte

Schwerpunkte der Sammlung bilden die Kunst des Mittelalters und der Renaissance, die Niederländische Kunst des 16. und 17. Jahrhunderts sowie die Französische Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts. Mit Biedermeier, Romantik, Realismus und Impressionismus ist auch die Malerei des 19. Jahrhunderts mit bedeutenden Werken vertreten. Ebenso präsentiert werden mit der Klassischen Moderne u.a. Konstruktivismus, Expressionismus und Neue Sachlichkeit. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wird die Sammlung mit großen Bemühungen in die Gegenwart überführt, so dass auch Arbeiten des Informel, der Konzeptkunst, der Neuen Figuration sowie medienübergreifende Arbeiten vertreten sind.

Detail der Markgrafentafel Hans Baldung Griens

Mittelalter und Renaissance

Abbildung des Werks Maria mit dem Kinde von Lukas Cranach

Malerei 14. – 16. Jahrhundert

Zu den ältesten Zeugnissen einer der größten und bedeutendsten Sammlungen mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Malerei zählt Hans Baldung Griens um 1511 entstandenen Tafel Markgraf Christoph I. mit seiner Familie in Anbetung der heiligen Anna Selbdritt. Zwei Gemälde Lucas Cranachs d. Ä., Maria mit dem Kinde, um 1518 und Das Urteil des Paris, von 1530, gehen auf die Sammlung der Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden zurück.

Höhepunkte der deutschen Renaissance in der Sammlung der Kunsthalle sind Albrecht Dürers Andachtsbild Christus als Schmerzensmann, das um 1493/94 entstand sowie Matthias Grünewalds Grisaillen vom Heller-Altar, von um 1510 und die Darstellungen der Kreuztragung und der Kreuzigung Christi des Tauberbischofsheimer Altars, der um 1525 entstand.

Der Facettenreichtum der deutschen Renaissance wird in der Sammlung der Kunsthalle mit Werken von Hans Baldung Grien, Hans Burgkmair, Martin Schaffner, Bernhard Strigel, Georg Pencz oder Matthias Gerung abgebildet.

Neben dem Fokus auf die deutsche Kunst des 14. – 16. Jahrhunderts umfasst die Sammlung u.a. auch bedeutende Werke eines Böhmischen Meisters, die bekannte Karlsruher Anbetung des jungen Paolo Uccello, das meisterhafte Rundbild Maria, das Kind anbetend, mit dem Johannesknaben von Lorenzo di Credi oder die Darstellung der Anna Selbdritt eines Antwerpener Malers, der Meister von Frankfurt genannt wurde.

Niederländische Malerei

Detail des Werks Lockere Gesellschaft von Jan van Hemessen
Abbildung des Selbstbildnis von Rembrandt

16. und 17. Jahrhundert

Rund 400 Werke umfasst die Sammlung der niederländischen Kunst der Kunsthalle Karlsruhe, die auf die frühen Sammler*innenbemühungen der badischen Markgräfinnen und Markgrafen zurückgehen.

Highlights dieses Bereichs sind unter anderem Jacob Jordaens Frühwerk Moses schlägt Wasser aus dem Felsen, das um 1618 entstand, Frans Snyders monumentales Kohlstillleben, das er um 1610 schuf, oder Frans Franckens facettenreich erzähltes Gleichnis vom verlorenen Sohn von um 1630. Diese Werke stammen aus der Sammlung des  Markgrafen Herrmann von Baden-Baden, dessen Kunstgeschmack sich an dem der Habsburger orientierte, woher der Fokus auf Gemälde aus dem südlichen, habsburgisch regierten, überwiegend katholischen Niederlanden rührt.

Die Markgräfinnen und Markgrafen von Baden-Durlach waren hingegen protestantisch und erwarben vor allem nordniederländische Gemälde: Die Bordellszene Lockere Gesellschaft von Jan van Hemessen aus den Jahren um 1540 war als Hauptwerk der frühen Genremalerei schon seit dem 17. Jahrhundert in der Durlacher Karlsburg.

Prägend für die heutige Sammlung der Karlsruher Kunsthalle sind vor allem die Erwerbungen der Markgräfin Karoline Luise von Baden-Durlach, deren Mahlerey-Cabinet 200 Bilder, vor allem holländischer Meister, umfasste. Hierunter befinden sich Meisterwerke wie Rembrandts Selbstbildnis, das um 1645 entstand, Stillleben von Willem van Aelst, Jan Davidsz de Heem, Jan Weeenix, Jan van Huysum und Rachel Ruysch, Landschaften von Nicolaes Berchem und Jan Wynants sowie Genrebilder von Abraham Bloemaert und Gerrit Dou.

Mit bedeutenden Werken flämischer und holländischer Meister*innen, wie unter anderem Jan Vermeyen, Roelant Savery, Clara Peeters, Peter Paul Rubens, Pieter de Hooch, Jan van der Heyden, Samuel van Hoogstraten, Willem van de Velde, Jacob van Ruisdael und Jan de Bray, konnte die Sammlung niederländischer Malerei der Kunsthalle Karlsruhe bis heute weiter ausgebaut werden.

Französische Malerei

Abbildung des Bildnis eines jungen Edelmannes von

17. und 18. Jahrhundert

Die Sammlung französischer Meister der Kunsthalle Karlsruhe, die zu den bedeutendsten in Deutschland zählt, geht ebenfalls auf die badische Markgräfin Karoline Luise zurück.

Pierre Rosenberg, langjähriger Generaldirektor des Louvre Paris, nannte 2004 in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Karlsruhe als den Ort, zu dem er Liebhaber*innen der französischen Kunst schicken würde: Wie nirgendwo sonst sei hier seit dem Wirken von Karoline Luise bis heute französische Malerei geliebt und gesammelt worden.

Zu den Höhepunkten der Sammlung zählen unter anderem Schäferszenen von François Boucher, mythologisierende Akte von Jean-Baptiste Marie Pierre und fantasievolle Genreszenen von Claude Joseph Vernet aus der Sammlung der badischen Markgräfin. Seit den 1960er Jahren konnten aus den Mitteln der Toto-Lotto-Stiftung des Landes Baden-Württemberg unter anderem Nicolas Poussins Heilige Familie mit dem Johannesknaben, um 1628/29 oder Claude Lorrains Die Anbetung des Goldenen Kalbes von 1653 erworben werden.

Kunst des 19. Jahrhunderts

Abbildung des Werks Die Störung von Adolph Menzel

Romantik, Biedermeier und beginnende Moderne

Mit Landschaften von Josef Anton Koch, Caspar David Friedrich, Arnold Böcklin und Lovis Corinth, Porträts von Wilhelm Leibl, Hans von Marées und Friedrich Overbeck sowie Interieurszenen und Stillleben von Georg Friedrich Kersting, Adolf Menzel und Carl Schuch verfügt die Kunsthalle Karlsruhe über eine der umfangreichsten Sammlungen der Malerei des 19. Jahrhunderts.

Ein Schwerpunkt liegt dabei auch auf den Werken von Malern, die an der Karlsruher Kunstakademie lernten und studierten. Besonders umfangreich ist die Sammlung des Gründungsdirektors der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Johann Wilhelm Schirmer.

Zahlreiche Werke des Deutschrömers Anselm Feuerbach sowie der größte Bestand von Arbeiten des ehemaligen Kunsthallendirektors Hans Thoma bilden weitere Zentren der Sammlung.

Auch die französische Kunst ist mit der Romantik durch Eugène Delacroix, dem Impressionismus von Camille Pissarro und Claude Monet vertreten und wird durch Werke von Edouard Manet, Edgar Degas, Camille Corot, Gustave Courbet, Charles-François Daubigny, Paul Gauguin und Paul Cézanne sowie Skulpturen von Jean-Baptiste Carpeaux, Honoré Daumier und Auguste Rodin in ihrer Vielgestaltigkeit präsentiert.

Klassische Moderne

Abbildung des Werks Blick auf das Meer bei L'Estaque von Paul Cézanne aus der Sammlung der Kunsthalle Karlsruhe

Expressionsmus, Konstruktivismus, Surrealismus

Die Schwerpunkte der Moderne-Sammlung der Kunsthalle Karlsruhe liegen in der deutschen und französischen Malerei der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seit den 1950er Jahren konsequent aufgebaut, sind Höhepunkte wie Robert Delaunays Eiffelturm, Arbeiten von Juan Gris und Fernan Léger oder Paula Modersohn-Becker in der Sammlung vertreten.

Mit Gemälden von Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Wassily Kandinsky, Alexej von Jawlensky, August Macke und Franz Marc ist der deutsche Expressionismus mit den Künstlergruppen der Brücke und des Blauen Reiters ein Gegenpol zu den Werken der Neuen Sachlichkeit. In der Kunsthallen-Sammlung wird diese mit Künstlern wie Otto Dix oder mit Alexander Kanoldt, Karl Hubbuch und Georg Scholz durch Schüler und Lehrende der Karlsruher Akademie präsentiert.

Zeitgenössische Kunst

Abbildung von Pia Fries fahnenbild 11

Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts

Wie kein anderer Sammlungsbereich der Kunsthalle Karlsruhe ist der der zeitgenössischen Kunst in den vergangenen Jahren an Umfang und Qualität gewachsen. Einen Schwerpunkt bildet die deutsche Malerei ab 1960 mit Gemälden unter anderem von Georg Baselitz, Sigmar Polke, Markus Lüpertz, Imi Knoebel, Gerhard Richter und Pia Fries.

Die regionale Verankerung der Kunsthalle Karlsruhe wird durch Arbeiten Lehrender der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, wie Fritz Klemm, Günter Umberg, Helmut Dorner oder Daniel Roth deutlich. Erweitert wird diese durch Werke internationaler Künstlerpersönlichkeiten: Gemälde von Jean Dubuffet, Victor Vasarely und François Morellet sind neben den Materialexperimenten von Yves Klein und Antoni Tàpies zu sehen. Im Bereich der zeitgenössischen Skulptur treffen Werke von Christian Boltanski und Franz Erhard Walther auf Arbeiten von Hubert Kiecol, Wolfgang Laib und Vincent Tavenne.

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