14. Nov. 2026 bis
14. März 2027
Mia Oberländer
Mind the Gap II
Das Hauptgebäude der Kunsthalle Karlsruhe ist sanierungsbedingt für die kommenden Jahre geschlossen.
Im ZKM | Zentrum für Kunst und Medien, der Orangerie und in der Jungen Kunsthalle finden in dieser Zeit Ausstellungen statt.
Kurz zusammengefasst
Für die besondere Situation der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe während der Sanierung ihres Hauptgebäudes entwickelt die Comiczeichnerin Mia Oberländer (* 1995) eine Graphic Novel, in der der Mensch im Mittelpunkt steht.
Nach dem erfolgreichen Start der Ausstellungsreihe Mind the Gap mit der Präsentation großformatiger Architekturfotografien von Niklas Goldbach zeigt die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe mit der Künstlerin Mia Oberländer einen gänzlich anderen Zugang. In Dialogen mit den Mitarbeitenden der Kunsthalle und auf Besuchen der unterschiedlichen, z. T. im Umbau befindlichen Spielstätten des Museums nähert sich die Künstlerin den Stimmungen vor Ort an und fragt nach den emotionalen Auswirkungen des Aus- und Umzugs der Sammlung.
Von vielen – Mitarbeitenden wie Besuchenden – als Entwurzelung wahrgenommen, bieten die Veränderungen auch viel Potenzial: das Wiederfinden in einem neuen Kontext. Mia Oberländer erforscht, wie sich die Wahrnehmung der Kunstwerke und der Umgang mit ihnen verändern. Wie es für die Mitarbeitenden ist, Führungen zu historischen Werken in den ungewohnten Sälen des ZKM-Hallenbaus zu halten, wo altmeisterliche Gemälde von der Geräuschkulisse einer Medienkunst umgeben sind, wo der Widerhall einer rauschenden Computergeschichte Dürers Schmerzensmann umtönt. Diese aufgeladene Neuverortung birgt spannende Narrative für eine zeitgenössische Bildergeschichte, angesiedelt zwischen der Realität des Museums im Umbruch und der Fiktion der Comiczeichnerin. Möglich ist das Narrativ einer Führung durch die Sammlung, in der Menschen, Werke und Gebäude auf unterschiedlichen Ebenen in Kontakt treten – emotional, kunsthistorisch und künstlerisch, zwischen Realität und Fiktion.
Mia Oberländer (geb. 1995 in Ulm,) lebt seit 2015 in Hamburg. 2019 beendete sie ein Bachelorstudium der Illustration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Im Anschluss folgte ein Masterstudium in Grafischer Erzählung. Für ihre Bachelorarbeit Anna wurde sie 2021 mit dem Comicbuch-Preis der Berthold-Leibinger-Stiftung und einem Jugendliteraturpreis in der Kategorie »Neue Talente« ausgezeichnet. Der Band wurde im selben Jahr vom Schweizer Verlag Edition Moderne veröffentlicht und seitdem in fünf weitere Sprachen übersetzt. Im Herbst 2025 erscheint ihre zweite Graphic Novel Saloon (ebenfalls Edition Moderne).