Albrecht Dürer - Melencolia I (Die Melancholie)

Melencolia I (Die Melancholie)

Albrecht Dürer

Maße:
H 24,0 cm  B 18,8 cm  
Jahr:
1514
Ort:
nicht ausgestellt

Beschreibung

Dürers „Meisterstich“ mit der Darstellung der Melancholie gilt als das meist kommentierte Werk der Kunstgeschichte überhaupt. Nach wie vor entzieht es sich einer lückenlosen, umfassenden Deutung. Einerseits ist das Thema durch die Beschriftung „Melencolia I“ unmissverständlich angegeben – sie wird von einer Fledermaus vor dem dramatisch beleuchteten Himmel gehalten – andererseits bleibt die vielschichtige Symbolik der zahlreichen Gegenstände rätselhaft: Die geflügelte Personifikation der Melancholie sitzt vor einem Gebäude, den Kopf in die Hand gestützt, und hält einen Zirkel in der Hand. Vor ihr liegt ein schlafender Jagdhund zwischen einer Kugel und einem großen Polyeder, rechts neben ihr sitzt ein geflügeltes Kind auf einem Mühlrad und kritzelt auf eine Schreibtafel. Auf dem Boden liegen verstreut Handwerksgerätschaften, am Gebäude sind eine Leiter, eine Waage, eine Sanduhr, eine Glocke und ein magisches Zahlenquadrat zu erkennen.

In einer komplexen Symbolik zeigt Dürer die Melancholie als bestimmendes Temperament des kreativen Künstlers, der in Gestalt eines geflügelten weiblichen Genius schwermütig das eigene Unvermögen reflektiert. Gleichzeitig ist der Stich mit einer derart brillanten Technik geschaffen, dass seine virtuose Ausführung die Darstellung vom Nachsinnen über die eigene Unzulänglichkeit Lügen straft. Die „Melencolia I“ ist ein geistiges Selbstporträt des nach Erkenntnis strebenden Künstlers.

Dürer schuf dieses Werk im Alter von 43 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits ein angesehener Maler, der seit 1512 auch im Auftrag Kaiser Maximilians I. Gemälde anfertigte.

Weitere digitale Angebote zu Albrecht Dürers „Melencolia I (Die Melancholie)“

Logo des Kunsthallen-Podcasts Kunstcouch, auf dem der Schriftzug Kunstcouch zu lesen ist. Darunter sitzen die Hosts Umut Özdemir und Jaqueline Scheiber, im Hintergrund das Gemälde Verbrechen aus Leidenschaft von Robert Delaunay.

Episode 2: Krisen – Zwischen Ohnmacht und Aktionismus?

Inwiefern gibt Dürers Melancholie einen Anhaltspunkt, um mit Krisen besser umzugehen? In dieser Folge von Kunstcouch beschäftigen sich Autorin Jaqueline Scheiber und Psychotherapeut Umut Özdemir mit dem Thema der globalen Krisen. Dabei blicken sie unter anderem auf bedeutende Kunstwerke, die früher wie heute großen Weltschmerz abbilden und tiefe Emotionen vermitteln. Es geht um Resilienz, Denkanstöße für Handlungsansätze und den Umgang mit den eigenen Gefühlen, aber auch um Die Melancholie von Albrecht Dürer.

Klicken um Podigee Inhalte zu laden
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von Podigee.

Psychotherapeutin Gloria Grabmayer und Autorin Jaqueline Scheiber, die nebeneinander auf einem Sofa sitzen. Im Hintergrund ist das Gemälde Rehe im Walde II von Franz Marc zu sehen sowie der Schriftzug Kunstcouch und die Logos der Agentur auf die ohren und Kunsthalle Karlsruhe.

Episode 29: Zwischen KI-Assistent und IQ-Test

In dieser Folge der „Kunstcouch” diskutieren die Psychotherapeutin Gloria Grabmayer und die Autorin Jaqueline Scheiber über psychologische Fakten, Vorurteile und spannende Zukunftsfragen rund um den Begriff der Intelligenz. Gemeinsam klären die beiden, was der Begriff Intelligenz wirklich bedeutet, was IQ-Tests über uns aussagen und was es mit Emotionaler Intelligenz auf sich hat.

Klicken um Podigee Inhalte zu laden
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von Podigee.

Daten und Fakten

Titel Melencolia I (Die Melancholie)
Künstler*in Albrecht Dürer
Entstehungszeit 1514
Inventarnummer I 848
Epoche Renaissance
Maße Blatt H 24,0 cm  B 18,8 cm  
Material Papier
Technik Kupferstich
Genre Allegorie
Gattung Kupferstich
Abteilung Kupferstichkabinett
Newsletter

Auch während der sanierungsbedingten Schließung informieren wir Sie hier über die Geschehnisse hinter den Kulissen der Kunsthalle.