Carl Gustav Carus - Malerstube im Mondschein
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Malerstube im Mondschein

Carl Gustav Carus

Maße:
H 28,5 cm  B 21,5 cm  
Jahr:
1826
Ort:
Kunsthallenpräsentation im ZKM

Beschreibung

Carl Gustav Carus, 1789 in Leipzig geboren, war nicht nur Maler, sondern auch ein bedeutender Naturwissenschaftler und Arzt. Sein Gemälde »Malerstube im Mondschein« von 1826 zeigt ein Künstleratelier in sanftem Mondlicht. Licht und Schatten erzeugen dabei eine atmosphärische Spannung. Die Szene vermittelt sowohl Intimität als auch die poetische Wirkung des Mondlichts. Sie zeigt deutlich Carus’ Interesse daran, wie Naturphänomene die künstlerische Gestaltung beeinflussen können.

Carus war ein Vertreter der deutschen Romantik, er verband deren Bildthemen mit dem klassischen Schönheitsideal seiner Zeit. Besonderen Einfluss hatte sein Freund Caspar David Friedrich auf seine Motivwahl und künstlerische Auffassung. In der »Malerstube im Mondschein« zeigt sich Carus’ hohe Sensibilität für Licht und Atmosphäre.

Die Darstellung eines Ateliers bei Nacht erlaubt ihm das Studieren zarter Mondlichteffekte auf Objekten und Oberflächen. Dadurch schafft er eine ruhige, fast kontemplative Stimmung. Carus nutzte die nächtliche Szenerie, um die emotionale Wirkung des Lichts zu untersuchen – ein Ansatz, der sein gesamtes künstlerisches Schaffen durchzieht.

Das Bild zeigt nicht nur die räumliche Anordnung der geordneten Malutensilien, sondern vermittelt auch einen Eindruck vom geistigen und schöpferischen Prozess des Künstlers. Die Szene schafft einen Ausdruck für die schöpferische Pause – einen Moment des Innehaltens und der Regeneration.

Selbst die Mondsichel bietet hierzu eine Analogie: Sie repräsentiert einen zunehmenden Mond als Metapher für Inspiration. Die diffusen Lichtreflexe lenken die Aufmerksamkeit auf den Kontrast der Dunkelheit. Sie erzeugen eine Balance zwischen greifbarer Realität und poetischer Überhöhung.

Carus’ naturwissenschaftliche Ausbildung zeigt sich in der präzisen Beobachtung von Material, Textur und Lichtwirkung – selbst in dieser scheinbar spontanen Szene der nächtlichen Malerstube. Gleichzeitig greift das Werk zentrale Motive der Romantik auf: Die Darstellung von Nacht, Stille und Innenraum wird zu einer Reflexion über Kreativität, Inspiration und die Verbindung zwischen innerem Erleben und äußerer Natur.

So entsteht eine doppelte Wirkung: Einerseits ist eine konkrete Abbildung eines Ateliers zu sehen, andererseits eine symbolische Darstellung des künstlerischen Schaffensprozesses unter dem Einfluss der Naturkräfte.

Daten und Fakten

Titel Malerstube im Mondschein
Künstler*in Carl Gustav Carus
Entstehungszeit 1826
Inventarnummer 1566
Maße Bildträger H 28,5 cm  B 21,5 cm  
Maße Rahmen H 36,5 cm  B 30,0 cm  T 6,0 cm  
Material Leinwand
Technik Ölfarbe
Gattung Gemälde
Abteilung Neue Malerei (nach 1800)
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