Charles-François Daubigny - Weinlese in Burgund

Weinlese in Burgund

Charles-François Daubigny

Maße:
H 44,2 cm  B 61,6 cm  
Jahr:
um 1863
Ort:
nicht ausgestellt

Beschreibung

Rasch und rhythmisch gesetzte Striche formen die Weinreben auf dem Feld, kreisende Linien die Bütten der Weinleserinnen, darüber liegen Zickzacklinien und aus dem dramatisch anmutenden Wolkenhimmel strahlt eine mondsichelförmige Sonne – Charles-François Daubigny hat seiner Bildvorstellung in dieser großformatigen Zeichnung schnell und ausdrucksstark Formen verliehen.

Das Blatt gilt als Vorarbeit für sein 1863 entstandenes großformatiges Bild desselben Themas im Pariser Musée d’Orsay. Entgegen der ruhigen, breit gelagerten Komposition des ausgeführten Gemäldes werden in den nervösen Strichlagen dieser Zeichnung Daubignys suchende Annäherung und rasche Fixierung seiner entstehenden Bildidee erkennbar.

Durch den partiellen Einsatz von Deckweiß hebt Daubigny die Figuren im Vordergrund hervor und beleuchtet den Himmel dramatisch. Diese impulsiven Setzungen von Kreide und Pinsel stehen in direkter Beziehung zu seiner Malerei, in der er häufig den Spachtel einsetzte. Den unregelmäßigen, kraftvollen Farbauftrag, kreideten ihm zeitlebens Kritiker*innen an: Sie sahen hierin unfertige oder skizzenhafte Bilder. Doch genau das wurde neben der Freilichtmalerei zu einem wichtigen Impuls für die nachfolgende Generation der Impressionist*innen. Als Mitglied der Jury des Salons – der wichtigsten Ausstellung in Paris zu dieser Zeit – setzte sich Daubigny 1865 und 1868 wiederholt für jüngere Künstler wie Paul Cézanne, Camille Pissarro, Auguste Renoir, Claude Monet oder Edgar Degas ein.

Daten und Fakten

Titel Weinlese in Burgund
Künstler*in Charles-François Daubigny
Entstehungszeit um 1863
Inventarnummer 1980-3
Maße Blatt H 44,2 cm  B 61,6 cm  
Material Farbiges Papier
Technik schwarze Kreide Deckweißhöhung
Gattung Zeichnung
Abteilung Kupferstichkabinett
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