Fernand Léger - Rauch über den Dächern

Rauch über den Dächern

Fernand Léger

Jahr:
1911
Ort:
Kunsthallenpräsentation im ZKM

Beschreibung

Fernand Légers Karriere begann – da seine Eltern auf eine Ausbildung in einem existenzsichernden Brotberuf drängten – mit einer zweijährigen Ausbildung bei einem Architekten in Caen. Auch nach seiner Übersiedlung nach Paris um 1900 und während seiner Ausbildung an der École des Arts Décoratifs und der Académie Julian blieb er als Architekturzeichner tätig. Lebenslang ließen ihn architektonische Sujets nicht mehr los: Sein Schaffen umkreist das Bauen und die konstruktiven Fähigkeiten des Menschen.

Sein Frühwerk, zu dem „Rauch über den Dächern“ zählt, ist vom Kubismus Pablo Picassos und Georges Braques geprägt. Léger faltet die dreidimensionalen Raumkörper in seinem Gemälde gleichsam plan in die Bildfläche auf. Das graphische Geschiebe der Linien, die dichtgedrängte Häuser verschiedener Geschosshöhen, Fensterfronten, Giebel und Schornsteine konturieren, dominiert den Bildaufbau. Farbflächen von Ocker legen sich als koloristische Akzente auf die Fassaden, in einen Grundklang aus gebrochenen Weiß- und Grautönen. Die Rauchschwaden zwischen den Haussilhouetten setzen den tektonischen Formen einen kurvilinearen Kontrast entgegen. Die Halbkreis-Elemente am oberen Bildrand, die wie Teile eines geöffneten Vorhangs anmuten, vermitteln den Eindruck, dass der Künstler seinen Bildausschnitt – analog zu Robert Delaunays Fensterbildern – als Ausblick aus einem Fenster auf die Dächer der Stadt verstanden wissen will.

Légers Kubismus ist in dieser Phase analytisch. Später wird der Künstler nicht nur die kubismus-typische farbliche Dezenz aufgeben, sondern seine Bilder mechanistisch und in einer eigenen Art von Konstruktivismus aus Einzelelementen bauen, synthetisch zusammensetzen, womit er unter anderem zu einem Vorläufer der Pop Art wurde.

Künstler*in
Fernand Léger
Titel
Rauch über den Dächern
Entstehungszeit
1911
Technik
Ölfarbe
Material
Leinwand
Maße Bildträger
55 × 47 cm
Maße Rahmen
75,3 × 67 × 7,5 cm
Inventarnummer
2659
Abteilung
Neue Malerei und Plastik
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