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Als Franz Xaver Winterhalter 1873 in Frankfurt starb, schrieb sein Freund, der Kunstkritiker Friedrich Pecht, in einem Nachruf: "Seit Holbein hat Deutschland wohl keinen berühmteren Bildnismaler mehr hervorgebracht." Ansehen und Reichtum hat Winterhalter tatsächlich in großem Maße erworben, sein Nachruhm allerdings verblasste schnell. 1805 erblickte Winterhalter in Menzenschwand, einem Ort nahe St. Blasien das Licht der Welt. In Freiburg wurde er zum Lithographen, in München zum Maler ausgebildet. 1828 siedelte er nach Karlsruhe über und wurde Zeichenlehrer der Markgräfin (späteren Großherzogin) Sophie. Ein Stipendium ermöglichte ihm 1833/34 einen längeren Aufenthalt in Rom. Anschließend kehrte er nach Karlsruhe zurück, wurde zum badischen Hofmaler ernannt, zog jedoch wenig später nach Paris. Schon in Rom hatte man Winterhalter wegen seines Stils "Der Französische" genannt. Über 35 Jahre blieb er in der französischen Hauptstadt. Als Porträtist hatte er Erfolg in höchsten Kreisen: Der "Bürgerkönig" Louis Philippe erteilte ihm ebenso Aufträge wie später Napoleon III. Winterhalter malte die Mitglieder der französischen Aristokratie, war aber auch für zahlreiche gekrönte Häupter außerhalb Frankreichs tätig, so etwa für Queen Victoria, Königin Isabella von Spanien, das belgische Königspaar und das russische Zarenhaus. Er war ein Fürstenmaler und ein Malerfürst, der sich seine Dienste gut bezahlen ließ. Nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 und der Abdankung Napoleons III. kehrte er als reicher Mann nach Karlsruhe zurück. 1873 erlag er einer Typhuserkrankung. Die hier vorgestellte Bleistiftzeichnung zeigt eine bisher nicht identifizierte Dame in spanischem Kostüm. Mit lebhaften Schraffuren hat Winterhalter das dunkle Kleid der vornehmen Frau charakterisiert. Das Gesicht ist feiner ausgearbeitet. Versonnen, mit dem Anflug eines Lächelns schaut die Dame zur Seite. In ihrem Ausdruck liegt hoheitsvolle Eleganz. [H.J.-F.]
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