Friedrich Weinbrenner - Plan zum Karlsruher Hoftheater: Längsschnitt

Plan zum Karlsruher Hoftheater: Längsschnitt

Friedrich Weinbrenner

Maße:
H 49,8 cm  B 72,6 cm  
Jahr:
1806 (November)
Ort:
nicht ausgestellt

Beschreibung

Die Zeichnung zeigt einen Längsschnitt durch das von Friedrich Weinbrenner entworfene Theater. In der minutiös ausgeführten Darstellung wird der Aufbau des komplexen Gebäudes ebenso sichtbar wie seine Ausstattung.

Der Innenraum gliedert sich in drei Bereiche: Nach den angedeuteten Säulen des Eingangs folgt das Foyer, über dem im ersten Geschoss ein repräsentativer Saal liegt. Der Publikumsraum verfügt über ein geneigtes Parkett und drei Galerien. Die Bühne steigt ebenfalls leicht an und reicht tief in das Gebäude hinein. Über dem für das Publikum sichtbaren Bühnenraum liegt ein hoher Dachstuhl, in den große Bühnenbilder hochgezogen werden konnten. Unterhalb der Bühne befinden sich weitere Funktionsräume. So erlaubt die Zeichnung einen umfassenden Blick vor und hinter die Kulissen des Theaters.

Friedrich Weinbrenner, Karlsruher Architekt und Badischer Baudirektor, war ab 1801 für zahlreiche Bauaufgaben verantwortlich. Dazu gehörten Wohngebäude, öffentliche Bauten wie Rathaus, Münze, Kirchen und Synagoge, Hofbauten wie das Markgräfliche Palais sowie die strategische Stadtplanung: Der Karlsruher Marktplatz gilt als wichtigster stadtplanerischer Entwurf Weinbrenners.

Eine Sonderstellung nimmt das Hoftheater ein, das ab 1804 im westlichen Schlossgarten entstand und 1808 eröffnet wurde. Weinbrenner war Sohn des Hofzimmermeisters und hatte bereits während seines Italienaufenthalts ein starkes Interesse an der Theaterarchitektur entwickelt. Im Vergleich mit antiken Vorbildern, aber auch zeitgenössischen französischen Theatern galt es, architektonische Antworten auf die veränderte Aufführungspraxis und Publikumsstruktur zu finden: Denn das bisher ausschließlich dem Hof vorbehaltene Theater öffnete sich nun auch für die bürgerliche Öffentlichkeit.

Weinbrenner wurde durch Entwürfe für Hannover, Schaffhausen, Leipzig, Düsseldorf und Baden-Baden sowie eine begleitende Schrift über Theaterbau, in der er die sozial verbindende Funktion des Ortes herausstellte, zum Spezialisten auf diesem Gebiet.

Die Finanzlage des badischen Hofs führte dazu, dass viele Elemente des Hoftheaters aus Holz gefertigt werden mussten. Ein Brand zerstörte das Theater bereits im Jahr 1847. Ein Neubau nach Plänen des Weinbrenner-Schülers Heinrich Hübsch wurde errichtet, aber im Zweiten Weltkriegs ebenfalls zerstört.

Künstler*in
Friedrich Weinbrenner
Titel
Plan zum Karlsruher Hoftheater: Längsschnitt
Entstehungszeit
1806 (November)
Technik
Bleistift Feder in Schwarz Aquarell Pinsel in Schwarz
Material
Papier
Maße Blatt
49,8 × 72,6 cm
Inventarnummer
1944-29
Abteilung
Kupferstichkabinett
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