Plan zum Karlsruher Hoftheater: Querschnitt mit Blick auf die Bühne
Beschreibung
Die Zeichnung zeigt einen Querschnitt des Karlsruher Hoftheaters, das von Friedrich Weinbrenner entworfen wurde, mit Blick auf die Bühne. Das Pendant »Karlsruher Hoftheater, Querschnitt mit Ansicht des Auditoriums« (Inv. 1944-31), das sich ebenfalls in der Sammlung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe befindet, stellt die entgegengesetzte Sicht durch den Publikumsbereich auf die Galerien dar.
Während der architektonische Rahmen des Gebäudes als aquarellierte Federzeichnung ausgeführt ist, zeigt die zarte Bleistiftzeichnung des Bühnenprospekts eine perspektivische Ansicht des Karlsruher Marktplatzes in Richtung des Schlosses. Der Marktplatz gilt als der wichtigste stadtplanerische Entwurfs Weinbrenners, seine Bauten wurden aber erst sukzessive errichtet. Damit überlagern sich der reale Standort und die fiktive Theaterwelt, die durch die Bühnenbilder erzeugt wird.
Friedrich Weinbrenner, Karlsruher Architekt und Badischer Baudirektor, war ab 1801 für zahlreiche Bauaufgaben verantwortlich. Dazu gehörten Wohngebäude, öffentliche Bauten wie Rathaus, Münze, Kirchen und Synagoge, Hofbauten wie das Markgräfliche Palais sowie die strategische Stadtplanung: Der Karlsruher Marktplatz gilt als wichtigster stadtplanerischer Entwurf Weinbrenners.
Eine Sonderstellung nimmt das Hoftheater ein, das ab 1804 im westlichen Schlossgarten entstand und 1808 eröffnet wurde. Weinbrenner war Sohn des Hofzimmermeisters und hatte bereits während seines Italienaufenthalts ein starkes Interesse an der Theaterarchitektur entwickelt. Im Vergleich mit antiken Vorbildern, aber auch zeitgenössischen französischen Theatern galt es, architektonische Antworten auf die veränderte Aufführungspraxis und Publikumsstruktur zu finden: Denn das bisher ausschließlich dem Hof vorbehaltene Theater öffnete sich nun auch für die bürgerliche Öffentlichkeit.
Weinbrenner wurde durch Entwürfe für Hannover, Schaffhausen, Leipzig, Düsseldorf und Baden-Baden sowie eine begleitende Schrift über Theaterbau, in der er die sozial verbindende Funktion des Ortes herausstellte, zum Spezialisten auf diesem Gebiet.
Die Finanzlage des badischen Hofs führte dazu, dass viele Elemente des Hoftheaters aus Holz gefertigt werden mussten. Ein Brand zerstörte das Theater bereits im Jahr 1847. Ein Neubau nach Plänen des Weinbrenner-Schülers Heinrich Hübsch wurde errichtet, aber im Zweiten Weltkriegs ebenfalls zerstört.
Daten und Fakten
| Titel | Plan zum Karlsruher Hoftheater: Querschnitt mit Blick auf die Bühne |
|---|---|
| Künstler*in | Friedrich Weinbrenner |
| Entstehungszeit | 1806 |
| Inventarnummer | 1944-30 |
| Maße Blatt | H 39,6 cm B 50,5 cm |
| Material | Papier |
| Technik | Bleistift Feder in Schwarz Pinsel in Schwarz Aquarell |
| Gattung | Planzeichnung |
| Abteilung | Kupferstichkabinett |
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DAS BESONDERE BLATT 2006 05-06
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
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Friedrich Weinbrenner 1766-1826. Architektur und Städtebau des Klassizismus
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe 27.06. - 4.10.2015
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Friedrich Weinbrenner. Klassisch gegenwärtig
Studioausstellung ZKM 28.02.2026 - 14.06.2026
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2015: Friedrich Weinbrenner, 1766-1826:
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Architektur und Städtebau des Klassizismus; Ausstellung der Städtischen Galerie Karlsruhe und des Su¿dwestdeutschen Archivs für Architektur und Ingenieurbau am KIT, 27. Juni 2015 bis 4. Oktober 2015 / -
2016: Gilly, Weinbrenner, Schinkel :
Hilliges, Marion; Scholl, Christian
Baukunst auf Papier zwischen Gotik und Klassizismus