Plan zum Markgräflichen Palais: Grundriss des zweiten Stocks
Beschreibung
Die großformatige Zeichnung zeigt den Ausführungsentwurf für das Markgräfliche Palais am Rondellplatz in Karlsruhe. Von diesem repräsentativen Bau ist heute nur noch die Fassade erhalten. Friedrich Weinbrenners detaillierte Zeichnungen sind daher nicht nur von großem künstlerischen, sondern auch von historisch-dokumentarischem Wert.
Trotz des großen Formats überrascht die außergewöhnliche Feinheit der Federzeichnung des Architekten. Die aufwändig gemusterten Fußböden, die Friedrich Weinbrenner mit Aquarellfarben ausführte, geben einen Eindruck von der Pracht der Ausstattung und verleihen dem Entwurf zugleich einen eigenen ästhetischen Reiz.
Das Einverständnis zur Ausführung gab der badische Markgraf Karl Friedrich durch die eigenhändige Bezeichnung »Vidit Carl Friedrich Kurfürst« – »Kurfürst Carl Friedrich hat den Entwurf gesehen«.
Das Markgräfliche Palais war als Wohnsitz für Luise Karoline, die zweite Frau des Markgrafen Karl Friedrich, geplant. Der badische Regent hatte 1787 mit der aus niedrigem Adel stammenden jungen Frau eine nicht standesgemäße Ehe geschlossen. Erst 1796 wurde Luise Karoline zur Reichsgräfin von Hochberg erhoben.
Da Luise Karoline und die gemeinsamen Kinder nach dem Tod des Markgrafen gemäß der Hofetikette nicht weiter im Schloss würden wohnen können, beauftragte der Karl Friedrich 1798 Weinbrenner mit der Planung eines eigenen repräsentativen Palais’. Als Standort wurde der Rondellplatz an der prestigeträchtigen Achse, die vom Schloss über den Marktplatz bis zum Ettlinger Tor führt, gewählt.
Weinbrenner veränderte gegenüber dem ersten Entwurf »Plan zum Markgräflichen Palais: Grundriss des Erdgeschosses« (Inv. 1944-1 z) die Raumaufteilung. Anstelle eines rechteckigen Mittelbaus, der ursprünglich die Repräsentations- und Wohnräume aufnehmen sollte, sah der Architekt nun die Anordnung der Räume um zwei Innenhöfe in den Seitenflügeln vor.
Damit ging eine stärkere Verbindung von Mittelbau und Seitenflügeln einher: Der größte Raum erhielt beiderseits halbrunde Abschlüsse und beherbergte nicht nur das Treppenhaus, sondern ermöglichte auch den Zugang in die beiden Seitenflügel und den Garten.
Daten und Fakten
| Titel | Plan zum Markgräflichen Palais: Grundriss des zweiten Stocks |
|---|---|
| Künstler*in | Friedrich Weinbrenner |
| Entstehungszeit | 1804 |
| Inventarnummer | 1944-14 z |
| Maße Blatt | H 62,8 cm B 98,6 cm |
| Material | Büttenpapier |
| Technik | Bleistift Tuschfeder aquarelliert getuscht |
| Gattung | Zeichnung |
| Abteilung | Kupferstichkabinett |
-
Friedrich Weinbrenner 1766-1826. Architektur und Städtebau des Klassizismus
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe 27.06.-04.10.2015
-
1926: Friedrich Weinbrenner
Valdenaire, Arthur
sein Leben und seine Bauten -
2015: Friedrich Weinbrenner, 1766-1826:
Kabierske, Gerhard/Kleinmanns, Joachim
Architektur und Städtebau des Klassizismus; Ausstellung der Städtischen Galerie Karlsruhe und des Su¿dwestdeutschen Archivs für Architektur und Ingenieurbau am KIT, 27. Juni 2015 bis 4. Oktober 2015 /