Friedrich Weinbrenner - Plan zum Markgräflichen Palais: Schnitt, Gartenfront, Fassade

Plan zum Markgräflichen Palais: Schnitt, Gartenfront, Fassade

Friedrich Weinbrenner

Maße:
H 62,2 cm  B 99,1 cm  
Jahr:
1804
Ort:
nicht ausgestellt

Beschreibung

Die großformatige Zeichnung zeigt den Ausführungsentwurf für das Markgräfliche Palais am Rondellplatz in Karlsruhe. Von diesem repräsentativen Bau ist heute nur noch die Fassade erhalten. Friedrich Weinbrenners detaillierte Zeichnungen sind daher nicht nur von großem künstlerischen, sondern auch von historisch-dokumentarischem Wert.

Zur Veranschaulichung des von Weinbrenner geplanten Markgräflichen Palais’ am Karlsruher Rondellplatz sind drei Ansichten dargestellt: oben der Längsschnitt durch den mittleren Baukörper, darunter die Ansicht der Gartenseite sowie die dem Platz zugewandte Fassadenseite.

Die in der Zeichnung suggerierten Ansichten entsprechen nicht gänzlich der Realität: Da das Gebäude auf einem Eckgrundstück errichtet wurde, liegen die Seitenflügel nicht in einer Ebene mit dem säulengezierten Portal. Sie verlaufen entlang der beiden Straßenachsen, die den Rondellplatz schneiden.

Das Markgräfliche Palais war als Wohnsitz für Luise Karoline, die zweite Frau des Markgrafen Karl Friedrich, geplant. Der badische Regent hatte 1787 mit der aus niedrigem Adel stammenden jungen Frau eine nicht standesgemäße Ehe geschlossen. Erst 1796 wurde Luise Karoline zur Reichsgräfin von Hochberg erhoben.

Da Luise Karoline und die gemeinsamen Kinder nach dem Tod des Markgrafen gemäß der Hofetikette nicht weiter im Schloss würden wohnen können, beauftragte der Karl Friedrich 1798 Weinbrenner mit der Planung eines eigenen repräsentativen Palais’. Als Standort wurde der Rondellplatz an der prestigeträchtigen Achse, die vom Schloss über den Marktplatz bis zum Ettlinger Tor führt, gewählt.

Aufgrund der finanziellen Situation, die sich unter anderem infolge der napoleonischen Kriege weiter verschärfte, musste Weinbrenner seine Entwürfe mehrfach überarbeiten. Das belegen zahlreiche Zeichnungen aus der Sammlung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe mit dem Titel »Plan zum Markgräflichen Palais« (Inv. 1944-1 z bis 1944-15 z).

Der Bau wurde 1800 begonnen, konnte aber erst nach 14 Jahren mitsamt seiner aufwändigen Innenausstattung abgeschlossen werden.

Dass dieser Entwurf durch den Bauherrn Markgraf Karl Friedrich ausdrücklich freigegeben war, belegt die handschriftliche Beschriftung in der rechten oberen Ecke des Blatts. Dort erteilte der Markgraf dem Architekten Friedrich Weinbrenner verbindlich den Auftrag: »Da ich für meine Gemahlin und meine gräflichen / Kinder eine Wohnung von diesem Umfang und / dieser Eintheilung nothwendig erachte, so gebe / ich dem Baudirektor Weinbrenner den Auftrag / diesen von mir gebilligten und bereits ange= / fangenen Plan auszuführen. / Fa [...] den 7ten August 1804 / Carl Friedrich Kurfürst.«

Daten und Fakten

Titel Plan zum Markgräflichen Palais: Schnitt, Gartenfront, Fassade
Künstler*in Friedrich Weinbrenner
Entstehungszeit 1804
Inventarnummer 1944-15 z
Maße Blatt H 62,2 cm  B 99,1 cm  
Material Büttenpapier
Technik Bleistift Tuschfeder aquarelliert
Gattung Zeichnung
Abteilung Kupferstichkabinett
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