Angelika Beckmann, Dietmar Lüdke, Slg. Kat. Karlsruhe 1995, S. 14: „Nr. 2789 ist das Werk eines von Hieronymus Bosch (um 1450-1515) beeinflußten, vermutlich 1530/60 in Antwerpen tätigen, „Diableristen“. Es wiederholt Motive aus Höllendarstellungen Boschs, zu denen auch eine verschollene Komposition des „Christus in der Vorhölle“ zählte (G. Unverfehrt, Hieronymus Bosch. Die Rezeption seiner Kunst im frühen 16. Jahrhundert, Berlin 1980, S. 201). Nr. 2789 entspricht einer von drei 1530/60 in Antwerpen geläufigen Kompositionen (ebd., S. 201-205, Abbn. 183-196), von denen das 20,2 : 34 cm große Gemälde der Hamburger Kunsthalle die meisten Übereinstimmungen mit Nr. 2789 zeigt (Katalog der Alten Meister der Hamburger Kunsthalle, Hamburg 41956, Nr. 557, S. 35, Abb.; Unverfehrt 1980, S. 202, Abb. 188). Bestimmende Charakteristika von Nr. 2789 sind das betonte Breitformat der Brandlandschaft, die starke Reduzierung figürlicher und architektonischer Motive sowie das anthropomorphe Höllenmaul, vor dem rechts ein abgestorbener Baum mit dem gehenkten Judas aufragt. Christus ist dreimal dargestellt: als Auferstehender und die Höllentore Zerbrechender links im Hinter- und Mittelgrund, ferner im Vordergrund, wo er Adam zu sich zieht. – Links davon ist Johannes der Täufer zu sehen, der den Ureltern Adam und Eva die Ankunft des Erlösers ankündigt, eine der Höllenfahrt Christi vorausgehende apokryphe Begebenheit (LCI, Bd. 7, 1974, Sp. 185, Nr. 31).“