Bei wissenschaftlichen Publikationen werden zur lückenlosen Forschung Belegexemplare erbeten. Bitte melden Sie sich via Mail an biblio@kunsthalle-karlsruhe.de
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Joseph Heintz d.Ä ist heute nicht nur als Maler, sondern vor allem als höchst raffinierter und vielseitiger Zeichner bekannt, der zu den namhaften Künstlern am Prager Hof Rudolf II. gehörte. Das 1580 datierte und mit einem Monogramm signierte Karlsruher Blatt entstand noch während seiner Ausbildungszeit in Basel. Der erst Sechzehnjährige bezieht sich in Thema und Ausführung auf Hans Holbein d.J. und seinen Kreis, deren Werke er im Atelier seines Lehrers Hans Bock d.Ä. wiederholt kopierte. Die schwungvolle Zeichnung ist mit schwarzer Feder angelegt und mit dem Pinsel in unterschiedlichen Graustufen laviert, so dass eine überzeugende räumliche Wirkung entsteht. Das Motiv des wappenhaltenden Engels verweist auf Scheibenrisse aus dem Umfeld Holbeins, die als Vorzeichnungen für die Anfertigung von Glasscheiben dienten. Doch konzentriert sich Joseph Heintz ausschließlich auf die figürliche Komposition und verzichtet auf die übliche architektonische oder dekorative Rahmung. Interessiert haben mag ihn insbesondere die ungewöhnliche Ansicht, die den Engel abgewandt im verlorenen Profil zeigt und das weich fallende Gewand sowie die breit aufgefächerten Flügel sichtbar macht. Dem Karlsruher Blatt eng verwandt, ist ein in Vorderansicht dargestellter Engel, der sich heute im Berliner Kupferstichkabinett.
Die Orangerie bleibt aufgrund von Ausstellungsumbauarbeiten bis einschließlich 25.09. geschlossen. Ab dem 26.09. begrüßen wir Sie dort herzlich zu unserer neuen Sonderausstellung „Nicolas Daubanes. Le feu intérieur”.
Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe lehnte jede Form von Diskriminierung ab. Daher werden historische Titel, in denen nach heutigem Verständnis sprachliche Herabwürdigungen zum Ausdruck kommen, nicht direkt angezeigt. Durch Klicken des entsprechenden Buttons können Sie sich die diskriminierenden Begriffe anzeigen lassen. Von den damit verbundenen Wertvorstellungen distanzieren wir uns ausdrücklich.
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