Lucio Fontana - Raumkonzept (Concetto Spaziale)

Raumkonzept (Concetto Spaziale)

Lucio Fontana

Jahr:
1952
Ort:
nicht ausgestellt

Beschreibung

Der Vorstoß des Italieners Lucio Fontana, durch Verletzung neue Qualitäten zu entdecken, war in seiner Zeit beispiellos. Indem er die Leinwand durchstach oder aufschlitzte, bezog er den Raum nicht nur als Illusion mit ein, sondern auch real. Das Karlsruher Bild stammt aus den ersten Jahren dieser Erfindung.

Eine mit Papier überzogene Leinwand ist mit sanddurchmischter olivgrüner Farbe in kreisenden Pinselspuren bedeckt, die ein zartes Relief bilden. Zugleich sind Leinwand und bemaltes Papier von hinten mit winzigen bis zentimetergroßen Löchern durchstoßen, deren Ränder sich mit deutlichen Risskanten wie kleine Krater aufwerfen. Diese locker um die Bildmitte rotierenden Formationen folgen teilweise den Pinselspuren, gehen aber nach oben hin auch gegenläufig über sie hinweg.

Was auf den ersten Blick den Eindruck spontaner Zufallsstrukturen oder zerstörerischer Provokation hervorrufen mag, erweist sich bei genauerem Hinsehen als feinsinnig gesteuert. Durch den Widerstreit von malerischen und plastischen Strukturen wird die quadratische Bildfläche zu einem Raumgebilde, das etwa an Strudel kosmischer Spiralnebel denken lässt.

Fontana schuf seine ersten, „Bucchi“ genannten Bild-Perforierungen im Jahr 1949. Seitdem nannte er seine Bilder fast immer „Concetto spaziale“, was mit „Raumkonzept“ oder „räumlichem Entwurf“ übersetzt werden kann. 1958 wurden die Lochbilder von der Serie der „Tagli“ („Schnitte“) abgelöst. Dabei nahm der Künstler Einschnitte in die Leinwand mit einer Klinge vor.

Künstler*in
Lucio Fontana
Titel
Raumkonzept (Concetto Spaziale)
Entstehungszeit
1952
Technik
Sand Ölfarbe
Material
Papier auf Leinwand
Maße Bildträger
81 × 81 × 2,5 cm
Maße Rahmen
81 × 81 × 2,5 cm
Inventarnummer
2853
Abteilung
Neue Malerei und Plastik

Digitale Angebote zu "Raumkonzept (Concetto Spaziale)"

Psychotherapeutin Gloria Grabmayer und Autorin Jaqueline Scheiber, die nebeneinander auf einem Sofa sitzen. Im Hintergrund ist das Gemälde Rehe im Walde II von Franz Marc zu sehen sowie der Schriftzug Kunstcouch und die Logos der Agentur auf die ohren und Kunsthalle Karlsruhe.

Episode 32: Zwischen Horoskop und Mondphasen

Das Universum fasziniert uns seit jeher: Wir lesen etwas in Mondphasen oder suchen Antworten in Sternbildern. Doch welchen Einfluss hat dieser unendliche Raum auf unser Inneres? Die Psychotherapeutin Gloria Grabmayer und Autorin Jaqueline Scheiber sprechen in dieser letzten Folge der Kunstcouch darüber, wie Spiritualität, Wissenschaft und persönlicher Glaube zusammenwirken – und wie Künstler der Kunsthalle Karlsruhe versuchen, dem Unbegreifbaren eine Form zu geben.

Klicken um Podigee Inhalte zu laden
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von Podigee (öffnet in neuem Tab).

Newsletter

Auch während der sanierungsbedingten Schließung informieren wir Sie hier über die Geschehnisse hinter den Kulissen der Kunsthalle.