Marie Ellenrieder - Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht (Markus 10, 13-16)
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"Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht" (Markus 10, 13-16)

Marie Ellenrieder

Maße:
H 26,7 cm  B 20,7 cm  
Jahr:
Unbekannt
Ort:
nicht ausgestellt

Beschreibung

Marie Ellenrieder hielt sich im Laufe ihres Lebens zwei Mal längere Zeit in Italien auf. Besonders prägend war der erste Romaufenthalt 1822 bis 1824, während dessen sie Kontakte zu Künstlern wie Friedrich Overbeck und Julius Schnorr von Carolsfeld knüpfte, Freundschaft mit der in Weimar tätigen Louise Seidler schloss und den hannoverschen Diplomaten August Kestner kennenlernte.

Die Zeichnung zeigt die Kindersegnung, die in Markus 10, 13–16 geschildert ist. Dem Text folgend wurde die Darstellung als „Lasset die Kindlein zu mir kommen“ benannt. Eine erste Beschäftigung der Künstlerin mit dem Thema könnte auf den Komponierverein der Nazarener zurückgehen, denn es wurde zur gleichen Zeit auch von Overbeck, Schnorr von Carolsfeld und Louise Seidler gestaltet. Von der Hand Ellenrieders haben sich mehrere Entwurfszeichnungen erhalten.

Das Karlsruher Blatt entstand wohl etwas später. Es steht in Verbindung mit dem Wandbild in der Kapelle von Schloss Langenstein für die Familie von Großherzog Ludwig von Baden, mit dessen Ausführung die Künstlerin 1828 beschäftigt war. Die vielfigurige Komposition ist von konzentrierter Ausgewogenheit. Dabei setzt die Künstlerin leichte Bewegungsimpulse, welche die Szene verlebendigen, ohne die Klarheit der Gesamtwirkung zu beeinträchtigen. Charakteristisch für den linearen Stil der nazarenischen Kunst ist die Akzentuierung der Konturen und die Reduktion der Binnenzeichnung, durch die eine gewisse Strenge erzeugt wird.

Das Thema der Kindersegnung sollte Ellenrieder in den folgenden Jahren wiederholt interessieren. 1842 vollendete sie die farbige Version einer Komposition für die Schlosskapelle Callenberg bei Coburg, die Gräfin von Langenstein anlässlich der Vermählung von Prinzessin Alexandrine von Baden mit Erbprinz Ernst von Sachsen-Coburg-Gotha bei ihr in Auftrag gegeben hatte. Für die Ausführung des großformatigen Gemäldes, das der Künstlerin das stattliche Honorar von 4.000 Gulden einbrachte, stellte die Auftraggeberin der Künstlerin Räume ihr Gartenhaus im Karlsruher Hirschpark (heute Hirschstraße) zur Verfügung.

Künstler*in
Marie Ellenrieder
Titel
"Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht" (Markus 10, 13-16)
Entstehungszeit
Unbekannt
Technik
Bleistift
Material
weißliches Papier
Maße Blatt
26,7 × 20,7 cm
Inventarnummer
VIII 1331
Abteilung
Kupferstichkabinett
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