Allegorie auf die Eröffnung der Berliner Kunst-Akademie
Beschreibung
Der in Den Haag geborene Künstler Mattheus Terwesten war Sohn deutschstämmiger Eltern. Sein als Goldschmied tätiger Vater kam aus Augsburg, seine Mutter stammte aus Berlin. Terwesten war als Maler von Porträts und mythologischen sowie allegorischen Szenen bekannt, wurde aber auch für seine dekorativen Werke geschätzt. Sein Weg nach Rom führte ihn 1795 über Berlin, wo er längere Zeit blieb. Dort entstand die „Allegorie auf die Eröffnung der Berliner Kunst-Akademie“, die vermutlich als Entwurf für ein größeres Gemälde dienen sollte.
Terwesten huldigt mit seiner virtuosen Komposition Friedrich III. von Brandenburg (1657– 1711), der sich um die Stärkung der Wissenschaft in Preußen verdient gemacht hatte. Mit der Gründung der Akademie der Künste im Jahr 1796, die als dritte große Akademie nach Rom und Paris gefeiert wurde, verfolgte der Kurfürst einen ambitionierten Plan zur Förderung der Kunst, die mit dem Ausbau seiner Residenz und der Repräsentation als Landesherr einherging. Entsprechend zeigt der Künstler den Fürsten und Akademiegründer im Zentrum einer Triumpharchitektur thronend, über ihm schweben eine von Putten begleitete Siegesgöttin sowie weitere allegorische Gestalten. Von rechts naht die gerüstete Schutzherrin der Künste Minerva. In dem stehenden Mann links ist wohl der Minister Eberhard von Danckelmann zu erkennen, der dem Fürsten die Personifikationen der Künste präsentiert, unter ihnen Malerei und Architektur.
Die Komposition des jungen Künstlers überzeugt als reiches und lebendig gegliedertes Gesamtbild. Licht- und Schatten sind mit großer Gewandtheit gesetzt und erzeugen eine effektvolle Wirkung. Dabei wird die Farbe unterschiedlich deckend gesetzt, so dass der der helle Papierton in den lichthaltigen Partien gestalterisch mitspricht.
Daten und Fakten
| Titel | Allegorie auf die Eröffnung der Berliner Kunst-Akademie |
|---|---|
| Künstler*in | Mattheus Terwesten |
| Entstehungszeit | 1696 |
| Inventarnummer | VIII 2606 |
| Maße Blatt | H 58,1 cm B 45,3 cm |
| Material | Papier weißlich |
| Technik | Feder in Braun Lavierung in Braun Lavierung in Hellgrau schwarze Kreide |
| Gattung | Zeichnung |
| Abteilung | Kupferstichkabinett |
Ein zeitgenössischer Bericht gibt ausführlich Auskunft über den Akademie-Besuch des Kurfürsten mit seinem Hofstaat am 11. Juli 1696, seinem 39. Geburtstag. Feierlich empfangen wurde Friedrich III. unter anderem von Eberhard von Danckelmann, dem Initiator der Akademiegründung, dem Akademiedirektor Joseph Werner und von dem holländischen Maler Augustin Terwesten, einem Bruder des hier vorgestellten Künstlers.
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