Max Ernst - Der Wald
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Der Wald

Max Ernst

Jahr:
1927
Ort:
Kunsthallenpräsentation im ZKM

Beschreibung

Sigmund Freuds Theorie des Unterbewussten bildete die Grundlage für die automatischen Verfahren, die Künstler des Surrealismus zur Schaffung ihrer Kunst einsetzten. Max Ernst, dessen Anfänge im Dadaismus lagen, machte sie sich zunutze, erfand – was sein 1927 entstandenes Bild „Der Wald“ zeigt – aber auch neue Verfahren.

Was Ernst dem Betrachtenden präsentiert, ist alles andere als eine einladende oder natürliche Waldlandschaft. Im Gegenteil scheint sich diese Ansammlung aus kantigen Hölzern, fossil anmutenden Strukturen, nicht mehr grüner Vegetation geradezu zu verbarrikadieren. Es ist dem Blick nicht möglich, einen Tiefenraum zu erschließen, sondern lediglich Oberflächen, Texturen abzutasten. Was sich da unter einem rotglühenden Ring-Gestirn, strahlend blauem Himmel und harmlos weißen Wölkchen zu einem Wall aus Vegetation auftürmt, scheint verkohlt, versteinert, kein Lebensraum mehr.

Für die Darstellung dieses phantastischen Dickichts hat Ernst auf seine Frottage- oder Grattage-Technik zurückgegriffen: Er unterlegt der Malfläche Gegenstände, Hölzer, Muscheln, Objekte, deren Oberflächenstruktur er durchreibt. Es entstehen fast zufällig, zumindest ohne bewusst gestaltenden Eingriff des Künstlers Formationen, die zu assoziativen Ausdeutungen animieren. Symbolisch steht der Wald – düster und undurchdringlich – auch für die Tiefen der menschlichen Psyche, für das Unbekannte, Unheimliche, Unkontrollierte, Triebhafte und Antizivilisatorische, das die Surrealisten als Quelle kreativer Prozesse begriffen.

Künstler*in
Max Ernst
Titel
Der Wald
Entstehungszeit
1927
Technik
Ölfarbe
Material
Leinwand
Maße Bildträger
114 × 146 cm
Maße Rahmen
140 × 173,1 × 7 cm
Inventarnummer
2769
Abteilung
Neue Malerei und Plastik

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