Stillleben mit Vase, maurischer Kanne und Holzfigur
Beschreibung
Das »Stilleben mit Vase, maurischer Kanne und Holzfigur« von Max Pechstein offenbart dessen starke Sehnsucht nach Formen und Ausdrucksweisen aus verschiedenen Weltregionen. Bemerkenswert an diesem Werk ist die Verbindung des europäischen Genres des Stilllebens mit Objekten aus Pechsteins privater Sammlung, deren Herkunft er außerhalb Europas vermutete. Wie diese Stücke in seinen Besitz gelangten, ist unbekannt. Er stellte sie mehrfach dar und ordnete sie in verschiedenen Stillleben immer wieder neu an.
Dieses Gemälde entstand im Jahr 1913, also kurz vor seiner Reise 1914 auf die Palau-Inseln im Pazifik. Die Inselgruppe gehörte damals zum Gebiet Deutsch-Neuguinea der Deutschen Kolonie und wurde häufig als deutsche Südseeinsel bezeichnet.
Max Pechstein war eine zentrale Figur des deutschen Expressionismus. 1906 schloss er sich der Künstler*innengruppe »Die Brücke« an. Nach seiner Ausbildung an der Kunstgewerbeschule und der Kunstakademie in Dresden zog er 1908 nach Berlin.
Hier wurde er durch befreundete Architekten gefördert und erhielt erste öffentliche Anerkennung. 1910 gehörte er zu den Mitbegründern der »Neuen Secession« und prägte als deren Präsident die Berliner Kunstszene. Sein Erfolg führte dazu, dass Künstler wie Erich Heckel und Ernst Ludwig Kirchner 1911 ebenfalls nach Berlin kamen. Innerhalb der »Brücke« galt Pechstein als wichtiger Organisator und Netzwerker, bis er 1912 nach internen Spannungen die Gruppe verließ.
Die Suche nach »Ursprünglichkeit« war seit der Gründung der »Brücke« 1905 ein zentrales Anliegen. In den Kunstformen verschiedener Weltregionen suchten Pechstein und seine Kollegen nicht nur neue stilistische Impulse, sondern auch ein Modell für eine alternative Lebensweise. Um den Menschen »im Einklang mit der Natur« zu beobachten, reisten sie zu Seen und Ostseeinseln. Dort studierten sie unbekleidete Körper in freier Natur, fern der als »zivilisiert« verstandenen Großstadt.
Diese Ideale des »Natürlichen« und »Ursprünglichen« müssen jedoch im kolonialen Kontext des Deutschen Kaiserreichs gesehen werden. Seit 1884 hatte das Reich seine Macht in Afrika, Ostasien und im Pazifik ausgedehnt.
Dieser imperialistische Blick prägte auch die zeitgenössische Wissensproduktion – etwa in Völkerkundemuseen und sogenannten Völkerschauen, in denen Menschen aus den Kolonien ausgestellt wurden. Solche Orte suchten die »Brücke«-Künstler häufig auf. Sie dienten ihnen als Inspirationsquellen und bestätigten vermeintlich ihre Vorstellungen von einer idealisierten, naturverbundenen Lebensweise.
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Kunst unserer Zeit
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe 1955, Kat. Nr. 110
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Documenta I
1955, Kat. Nr. 500
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Der junge Pechstein
Akademie und Nationalgalerie Berlin 1959, Kat. Nr. 156
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Unsere Moderne
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe 29.04.-03.10.11
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1974: Deutsche Meister 1880 - 1930
Kat.: Zimmermann, Werner
aus der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe -
1971: Katalog Neuere Meister
Hrsg.: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe; Bearb.: Lauts, Jan
19. und 20. Jahrhundert -
1971: Katalog Neuere Meister
Hrsg.: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe; Bearb.: Lauts, Jan
19. und 20. Jahrhundert -
1951: Zur Wiedereröffnung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe
Lauts, Jan
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1993: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Holsten, Siegmar
Die Sammlung der Moderne -
2000: Die großen Expressionisten
Hrsg.: Moeller, Magdalena M.
Meisterwerke und Künstlerleben -
2005: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Voigt, Kirsten Claudia
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2008/2009: Weiße Blicke
Schwarze in der europäischen Malerei
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2011: Max Pechstein - das Werkverzeichnis der Ölgemälde
Aya Soika. Hrsg. von der Max-Pechstein-Urheberrechtsgemeinschaft;
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2015: Bild und Selbstbild /
Schmidt-Rottluff, Karl ; Moeller, Magdalena M; Zieglgänsberger, Roman; Dahlmanns, Janina; Forster, P