Fünf Figuren zwischen Säulen
Beschreibung
Oskar Schlemmer hat das Konstruktive und die formale Klarheit zu Grundprinzipien seiner Werke gemacht. Von 1920 und 1929 war er als Meister am Bauhaus in Weimar und Dessau tätig, in den darauffolgenden Jahren lehrte er an der Breslauer Akademie. Ungeachtet der vielfach figürlichen Darstellungen befreite er seine Darstellungen von allen erzählerischen Qualitäten.
Das Anfang der 1930er-Jahre entstandene Aquarell der Karlsruher Sammlung konfrontiert die Betrachter*innen mit einer eigenwilligen Ansicht: Im Vordergrund sind zwei stark zur Seite geneigte Köpfe von hinten dargestellt. Eine weitere weibliche Gestalt ist zwischen den beiden Säulen zu erkennen. Sie unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum von der schlanken vertikalen Form der Architektur. Bei genauerem Hinsehen sind zwei weitere Köpfe zu entdecken: Sie ragen seitlich in die Darstellung hinein, sind stark angeschnitten und wirken somit fast wie Fragmente.
Das zarte Aquarell bildete eine Vorarbeit zu dem 1932 entstandenen Bild „Drei vor Schatten“ (Inv. 2353), das ebenfalls zum Karlsruher Bestand gehört. Im Vergleich mit der Arbeit auf Papier wirkt die gemalte Fassung strenger. Die Säulen sind einer Fensterform gewichen und die Personen bilden eine klarere Vertikale. Das Aquarell hingegen vermittelt eine breiter angelegte Bewegung. Beide Kompositionen zeigen das Interesse des Künstlers an Licht und Schatten. Hell beleuchtete Partien wechseln mit dunklen Bereichen, so das eine eigenwillige Räumlichkeit entsteht, die jedoch keiner eindeutigen Logik folgt.
Daten und Fakten
| Titel | Fünf Figuren zwischen Säulen |
|---|---|
| Künstler*in | Oskar Schlemmer |
| Entstehungszeit | um 1931/1932 |
| Inventarnummer | 1974-26 |
| Maße Blatt | H 27,8 cm B 22,0 cm |
| Material | Papier weißlich |
| Technik | Bleistift Aquarell |
| Gattung | Zeichnung |
| Abteilung | Kupferstichkabinett |
Oskar Schlemmer entwarf 1922 das Bauhaus-Logo. Im gleichen Jahr feierte sein experimentelles Triadisches Ballett, an dem er seit 1912 gearbeitet hatte, in Stuttgart Uraufführung.
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