Rudolf Levy - Stillleben mit gelber Vase
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Stillleben mit gelber Vase

Rudolf Levy

Maße:
H 66,0 cm  B 82,0 cm  
Jahr:
1943
Ort:
Kunsthallenpräsentation im ZKM

Beschreibung

Rudolf Levy gehört zu den bedeutendsten, heute wiederentdeckten Malern der klassischen Moderne. Sein in Florenz entstandenes »Stillleben mit gelber Vase« aus dem Jahr 1943 gehört zu seinen letzten Arbeiten vor seiner Deportation nach Auschwitz.

Die klare Ordnung der Formen, die leuchtende Farbigkeit und die ruhige, beinahe meditative Stimmung deuten auf seine Auseinandersetzung mit Henri Matisse hin. Sie verleihen dem Gemälde eine fragile, aber zugleich kraftvolle Präsenz.

Levy wurde früh von der internationalen Avantgarde geprägt. Nach seiner Ausbildung in München und ersten Impulsen aus dem Kreis des »Blauen Reiters« verbrachte er prägende Jahre in Paris. Dort studierte er intensiv die Kunst von Matisse. Sein Verständnis von Farbe und die Fähigkeit, durch flächige Farbklänge Stille, Spannung oder Leichtigkeit zu erzeugen, beeinflusste Levy nachhaltig und stärker als jede andere künstlerische Begegnung. Diese Einflüsse verband Levy später mit einer eigenen, zunehmend konzentrierten Formensprache.

Nach 1933 wurde Levy als jüdischer Künstler vom NS-Regime verfolgt. Er floh über Marseille und Nizza schließlich nach Florenz. Dort, in relativer Sicherheit, fand er zu einer Phase stiller, hochverdichteter Stilllebenmalerei. Das »Stillleben mit gelber Vase« entstand im Jahr 1943, als sich die politische Lage durch die deutsche Besetzung Italiens dramatisch verschlechterte.

Die gelbe Vase im Zentrum des Gemäldes wirkt wie ein leuchtender Kern, um den sich die Dinge in einer sorgfältig austarierten Farbarchitektur gruppieren. Eine ruhige Spannung prägt die Komposition: Die flächige Farbmodulation verleiht den Gegenständen eine fast immaterielle Qualität, während die klar gesetzten Formen eine innere Standfestigkeit vermitteln.

Levy nutzte die Farbe als geistigen Raum – ein Ansatz, der direkt aus seiner Auseinandersetzung mit Matisse hervorgeht und sich in diesem Gemälde besonders deutlich zeigt. Levy sprach davon, dass Matisse »das Vertrauen in die Kraft des Einfachen« habe, was Levy selbst in hohem Maße inspirierte. In seinen letzten Werken wird diese Haltung zu einer Art innerem Gegenentwurf zur bedrohlichen äußeren Realität. Dass Levy trotz der zunehmenden Gefahr weiter malte, verleiht seiner späten Bildsprache eine stille, berührende Intensität.

Ende 1943 wurde Rudolf Levy in Florenz verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Vermutlich starb er am 6. Februar 1944, dem Ankunftsdatum in Auschwitz. Das »Stillleben mit gelber Vase« markiert damit nicht nur den Höhepunkt seines Spätwerks, sondern auch das tragische Ende, das der Nationalsozialismus dieser bedeutenden künstlerischen Biografie bereitete.

Touren zu diesem Werk

Das Stillleben von Rudolf Levy zeigt einen Tisch mit vielen kleinen Gegenständen, zwei Pflanzen, einen Krug und einer großen Vase.
Community-Tour

Kunsthalle x Tanya Raab


Es gibt keinen Textauszug, da dies ein geschützter Beitrag ist.
kurzweilig
ca. 20 min
zur Tour

Daten und Fakten

Titel Stillleben mit gelber Vase
Künstler*in Rudolf Levy
Entstehungszeit 1943
Inventarnummer 2405
Maße Bildträger H 66,0 cm  B 82,0 cm  
Maße Rahmen H 75,0 cm  B 90,5 cm  T 6,5 cm  
Material Leinwand
Technik Ölfarbe
Gattung Gemälde
Abteilung Neue Malerei (nach 1800)
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