AHOI in der Kunsthalle! (1/10) Drei Wege, Maria zu betrachten Details der Station

Drei Wege, Maria zu betrachten

Marienkunst im Blick

In diesem Abschnitt der Tour begegnen drei Künstler aus den AHOI studios Werken aus dem Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit, also dem 15. und 16. Jahrhundert.

Alle Werke zeigen Maria mit dem Jesuskind. Aber die Bilder sind ganz verschieden, so verschieden wie die Reaktionen der AHOI-Künstler auf sie: Florian Musolff beschäftigt sich mit Farben, Formen und Atmosphäre. Jonas Ludwig interessieren die Personen, die auf dem Bild zu sehen sind. Und für Klaus Höflmeier ist wichtig, was das Bild erzählt.

Kapitel 1: Maria, bewegt

Wenn Sie in der Ausstellung sind:

Der rote Punkt auf der Karte zeigt Ihnen den Ort des nächsten Gemäldes.

Grundriss der Ausstellungsfläche der Präsentation See You, bei dem ein roter Punkt kennzeichnet, wo das Werk ausgestellt ist.
Bunte expressive Stiftzeichnung auf Gelb mit blauer Bogenlinie, schwarzer Gebäudeform, roten Flammenmustern und weißer Wolkenform.

Florian Mussolf im Gespräch mit Tamara Engert (Staatliche Kunsthalle Karlsruhe)

Tamara Engert: Florian, du hast dich besonders für die Bewegung im Gemälde interessiert.

Florian Mussolf: Ja. Die Engel fliegen immer noch. Noch hin und her.

Florian Musolff hat die Engel, aber auch andere Motive aus dem Gemälde in seine ganz persönliche künstlerische Sprache übersetzt: Er setzt aus vielen schraffierten Linien energetische Muster zusammen, die zu vibrieren scheinen.

Lenkt diese Interpretation Ihren Blick? Schauen Sie anders auf die Bewegung im Bild des Nürnberger Meisters, auf die Ornamente von Stofffalten oder Wolkenschichten?

Wenn Sie in der Ausstellung sind:

Für das nächste Bild in dieser Station drehen Sie sich bitte einmal nach links.

Kapitel 2: Maria aus Atlantis

Abbildung eines geöffneten Klappaltars. Auf dem linken und rechten Flügel ist je eine lesende bzw. schreibende Frau zu sehen, in der Mitte Maria mit Anna Selbdritt und dem Jesuskind, umgeben von Engeln und einem Geistlichen.
Wenn Sie in der Ausstellung sind:

Der rote Punkt auf der Karte zeigt Ihnen den Ort des nächsten Gemäldes.

Grundriss der Ausstellungsfläche der Präsentation See You, bei dem ein roter Punkt kennzeichnet, wo das Werk ausgestellt ist.

Jonas Ludwig im Gespräch mit Tamara Engert (Staatliche Kunsthalle Karlsruhe)

Der Künstler wollte es einfach mal unter die Leute bringen.

Tamara Engert: Oft gehen Besucher*innen ins Museum und lesen gleich das Schild neben dem Werk. Ohne erst einmal selbst zu schauen und zu überlegen, was sie wirklich sehen und was sie sich vorstellen.

Jonas, du hast dir deine ganz eigenen Gedanken gemacht und sie in ein Gedicht gefasst.

Was hat dich an dem Gemälde fasziniert? Welche Bilder, welche Geschichten sind dir dabei durch den Kopf gegangen?

Jonas Ludwig: Das hat mich erstmal angelacht. Ich habe erst gedacht, dass es ein Fenster ist, aber es ist ein Rahmen. Ich hab so angefangen, als ich ihn gesehen habe, den Rahmen: „Er wurde damals gefunden in einem Gebirge. Ein alter Rahmen in Schutt und Asche. Halb verbrannt und halb gut erhalten.“

Ich gehe mal davon aus, dass man ihn vor 2000 Jahren gefunden hat. Der Künstler wollte es einfach mal unter die Leute bringen.

Und dann hab ich noch zu den Figuren drauf ein paar Zeilen geschrieben.

Ich vermut mal, dass das ein ganz großer ist, der Mönch, der da in der Mitte auf der Bühne ist, dass der aus Atlantis kommt. Dass die Frauen und das Kind und die Engel auch aus Atlantis kommen.

Ja, warum Atlantis? Das Werk kam ja so zufällig geflogen über Kopf, ich habe gedacht, das baue ich ein bisschen aus. So bin ich darauf gekommen, dass es seinen Weg gemacht hat ins Museum nach Karlsruhe.

Gedicht von Jonas Ludwig

Foto des handgeschriebenesn Gedichtes. Der Inhalt wird in der nachfolgend angebotenen Audiospur vorgelesen.

 

Jonas Ludwig hat seine Interpretation zum Gemälde in die Form eines Gedichts gebracht:

J. LUDWIG
17.09.25

BILD VON MEISTER VON FRANKFURT
CA. 1460 – CA 1525
GEMALT HATS CA 1510

DER ALTE FENSTERRAHMEN
IN DER FREIEN NATUR SIND 2
ENGELN MIT FLÜGEL IST KLEIN
KIND DABEI UND AUCH 4 FRAUEN,
1
MANN DA BEI DIE KLEIDUNG VON
DEN FRAUEN SIND GEWÄNDER
UND EINE KRONE AUF DEM KOPF
IN DER MITTE VOM LEINTUCH
EINE MÖVE ABGEMALT IM
HINTER GRUND SIND BERGE, KLEINES
SCHLOß UND WASSER SPIEGELT SICH
SIND RECHTS UND LINKS BÄUME ABGEMALT
DER RAHMEN IST ETWAS AUS GOLD
ZWISCHEN DEN ENGELN IST EIN MÖNCH
AUS ATLANTIS.

ER (der Rahmen) WURDE DAMALS GEFUNDEN IM GEBIRGE.
EIN ALTER RAHMEN IN SCHUTT UND ASCHE IN
ETWA VOR 2000 JAHREN HERR, DER MALER
VON MEISTER VON FRANKFURT, HAT IHN IN DER
KUNSTHALLE IM ZKM AUS GESTELLT.
ES WIRD
VERMUTET ODER NICHT, DIE ENGEL AUS
MORGENLAND, DER MÖNCH AUS ATLANTIS VOM
SCHLOß MIT VIELEN FRAUEN UND KINDERN
ES WURDE AUCH EIN FLUß GEFUNDEN
UND EINE KÖNIGIN KAM AUCH AUS ATLANTIS 

Dieses Transkript wurde KI-gestützt erstellt und anschließend redaktionell überarbeitet.

0:00
0:00
Wenn Sie in der Ausstellung sind:

Die nächste und letzte Station in diesem Abschnitt befindet sich an derselben Wand ganz links.

Kapitel 3: Maria, ein guter Mensch

Abbildung des Werks Maria, das Kind anbetend, mit dem Johannesknaben von Lorenzo di Credi aus dem Jahr um 1480.
Wenn Sie in der Ausstellung sind:

Der rote Punkt auf der Karte zeigt Ihnen den Ort des nächsten Gemäldes.

Grundriss der Ausstellungsfläche der Präsentation See You, bei dem ein roter Punkt kennzeichnet, wo das Werk ausgestellt ist.

Wie verändert sich eine Szene, wenn das Bild ein anderes Format hat?

Wenn der Rahmen zum Beispiel einmal rund und einmal rechteckig ist?

Ändert sich dadurch etwas an der Verbindung der Personen auf dem Bild?

Was passiert, wenn Farben und Formen sich ändern?

Diese Fragen dürfen Sie sich hier stellen. Klaus Höflmeiers Bild von Maria mit Jesus und Johannes lädt Sie dazu ein.

Expressive Farbstiftzeichnung auf rotem Papier: drei verzerrte Figuren im Gespräch/Gebet, unten rechts kleine Blumenzeichnung.

Bilder bestehen nicht nur aus Formen und Farben. Sie erzählen etwas. Oft tun sie das heute ganz anderes als in der Zeit, in der sie entstanden sind.

Manchmal lösen sie aber auch ähnliche Gedanken aus, damals wie heute. Selten erfährt man, welche Ideen und Gefühle beim Betrachten eines Bildes bei den Menschen entstehen.

Handgeschriebenes Gedicht auf gelben Papier, Transkript im Textfeld

 

Maria Goodes, so auch das Jesus Kind, Geborgenheit,
gütig und barmherzig, ein gutter Mensch von Goottes
Sohn Marsias, wo das Kind Maria Goodes Geborgenheit für ihr Sohn gegeben hat. Reiste er Land zur Land
mit Barmherzigkeit und Güte. Jesus ist auf der Welt
beliebt mit sein gute nette Freundlichkeit. So soll es
sein. Er taufte Elteren Männer und Frauen,
so auch Kindern. Er, Masieras, hatte seinen Jungern
das Wasser und Brod geteilt, das mein Leib und Blut,
das Wasser wurde Wein, das Leib wurde
das Brod, so wurden alle mit einander
satt. So soll es sein. Masieras Jesus Christus,
so ist das heilige Gedicht vertig da kommt einr
Licht geschrieben vom Klaus Höflmeier.
17.09.2025

0:00
0:00
Newsletter

Auch während der sanierungsbedingten Schließung informieren wir Sie hier über die Geschehnisse hinter den Kulissen der Kunsthalle.