Pasticcio

Der Begriff „Pasticcio“ (Plural „Pasticci“) oder „Pastiche“ (französisch) bezeichnet in der Kunst ein Werk, in dem unterschiedliche Teile miteinander kombiniert werden, ohne einen Anspruch auf historische Genauigkeit zu erheben. Er wurde im 18. Jahrhundert auch für dekorative Sammlungsstücke verwendet, die aus ursprünglich nicht zueinander gehörenden antiken Fragmenten und modernen Bestandteilen wie bspw. Stuck oder Marmor zusammengesetzt wurden. Diese Technik kann auch als Marmorassemblagen oder -kompositionen beschrieben werden. Beispiele finden sich u.a. im Kontext von Vasen, Urnen und Kandelabern. Ursprünglich war der Begriff eher negativ behaftet, ist aber in der Kunstliteratur in dem hier betrachteten Kontext geläufig.

Ziel solcher Assemblagen war es, einen völlig neuen, jedoch antik erscheinenden Gegenstand herzustellen. Sie basieren meist nicht auf wissenschaftlichen Grundlagen, sondern folgen vielmehr dem Wunsch der Auftraggebenden. Die Ergänzung, auch Restaurierung genannt, antiker Kunstwerke bildete im 18. Jahrhundert eine spezialisierte und eigenständige Gattung der Skulptur. Piranesi schuf seine Pasticci anhand der in seiner Werkstatt vorhandenen Fragmente, die konkrete Ausführung übergab er spezialisierten Bildhauern, z.B. Antoine Guillaume Grandjaquet (1731–1801), Annibale Malatesta (um 1754–nach 1825) und Bartolomeo Cavaceppi (ca. 1716–1799).

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