Mensch oder Natur? Mensch und Natur?
0:00
0:00
Am Anfang war die Natur: Vogelgezwitscher und das Rauschen von Blättern im Wind. Doch in der Soundcollage wird diese ursprüngliche Idylle allmählich verdrängt: Ein zunehmend lauter werdender Bass deutet an, dass die Natur in ihrem harmonischen Urzustand bedroht wird. Die Geräuschkulisse wird mehr und mehr vom Menschen dominiert. Ein schrilles Piepsen drängt das Vogelgezwitscher in den Hintergrund, Stimmen werden lauter, und die vom Bass erzeugte Atmosphäre wirkt zunehmend bedrohlich.
Zwischendurch ist eine Säge zu hören: Der Mensch arbeitet, zerstört die Natur – und schafft zugleich Neues. Seine Produktivität raubt der Natur ihre Harmonie, seine Geräusche übertönen sie. Sie werden immer lauter, unangenehmer und münden in ein akustisch beinahe apokalyptisches Szenario, das schließlich von einem Gongschlag unterbrochen wird.
Der Bass hallt nach – dann bleibt nur die Natur. Ihr Klang breitet sich wieder aus.
In der Fotografie von Helmut Wimmer scheint der Mensch in der Natur Ruhe zu finden. Er stört sich nicht an ihr. Mensch und Natur koexistieren friedlich und teilen sich den Raum.
Die Klanginstallation wirft damit die Frage auf, ob diese Harmonie zwischen Mensch und Natur möglich ist – oder ob immer eine Kraft den Raum beherrscht.
Elisa-Sophie Freede