Bildnis Madame Jeantaud

Bildnis Madame Jeantaud

Edgar Degas

Maße:
H 83cm B 75cm
Jahr:
um 1877
Ort:
Saal 40

Beschreibung

Edgar Degas war einer der populärsten und eigenwilligsten Künstler des 19. Jahrhunderts. Stellte er auch oft mit den französischen Impressionisten aus, so beschritt er doch künstlerisch eigene Wege. Das außergewöhnliche „Bildnis der Madame Jeantaud“ ist hierfür ein Beispiel. Es zeigt Berthe Marie Jeantaud, die Gattin eines Ingenieurs und Militärkameraden, den Degas während des Deutsch-Französischen Kriegs kennengelernt hatte. Degas siedelte das Motiv in einem dämmrigen Innenraum an, in dem die Porträtierte mit zwei Hunden auf einer hellen Chaiselongue sitzt. Sie blickt die Betrachtenden mit einem zurückhaltenden, aber freundlichen Ausdruck an.

Farblich beschränkte sich Degas auf eine schmale, brauntonige Palette, die er mit großzügigem Duktus verteilte. Lediglich beim Gesicht der Dame achtete er auf die Wiedergabe von Details. Ihre Züge modellierte er plastisch heraus. In anderen Bereichen des Bildes geriet die Farbe wiederum fast ins Fließen, so etwa im Bereich der übereinandergelegten Hände oder der Beine, die nur ansatzweise definiert wurden.

Degas bediente sich einer eher klassischen Komposition – erkennbar an den sich überschneidenden Diagonalen bei Möbel und Körper. Doch wird der Bildraum durch Horizontalen und Vertikalen stark gegliedert, was typisch für Degas‘ bewusste Bildkonstruktion ist. Dieser Rhythmus wiederholt sich im etwa Fensterkreuz links neben der Frau, das nur mit wenigen impulsiven Pinselstrichen angedeutet wird. Degas trug die Farbe so dünn auf, dass die helle Leinenstruktur des Untergrunds fast durchweg erkennbar bleibt und so dem Bild – entgegen seiner strengen Konstruktion – einen skizzenartigen, flüchtigen und modernen Charakter verleiht.

Daten und Fakten

Titel: Bildnis Madame Jeantaud
Künstler: Edgar Degas
Entstehungszeit: um 1877
Inventarnummer: 2493
Material: Leinwand
Technik: Ölfarbe
Genre: Porträt
Gattung: Gemälde
Abteilung: Neue Malerei (nach 1800)
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