Franz Theobald Horny - Astern, eine blaue Traube, zwei Mispelfrüchte und ein Stück Walnuss
Weitere Abbildungen

Astern, eine blaue Traube, zwei Mispelfrüchte und ein Stück Walnuss

Franz Theobald Horny

Maße:
H 33,6 cm  B 23,3 cm  
Jahr:
1817
Ort:
nicht ausgestellt

Beschreibung

Pralle Trauben, bunte Astern und Schalenfrüchte - die sorgfältige Studie von Franz Horny führt eindrücklich Naturausschnitte des Herbstes vor Augen. Dabei ist das Farbenspektrum einem blau-violetten Grundton verpflichtet: Das tiefe Blau der Trauben findet sich nicht nur im unterschiedlichen Violett der Astern, sondern taucht selbst in der roten Blume als bläulicher Schimmer an den Rändern ihrer leicht gekräuselten Blütenblätter auf. Auch die Modellierung der beiden braunen Mispelfrüchte scheint von leichten blauen Schleiern durchsetzt zu sein. Dabei changiert Horny in den Einzelstudien zwischen räumlich erfassten Früchten, die illusionistische Schlagschatten auf das Papier werfen, und frei auf dem Bildträger schwebenden Blumen, deren zarte Blütenköpfe aus verschiedenen Blickwinkeln wiedergegeben sind. Deutlich ist das minuziöse Studium nach der Natur mit dem kompositorischen Geist des Künstlers auf das Papier gebannt worden.

Im Pflanzenstudium hatte der in Weimar geborene Horny seit frühester Kindheit Erfahrung. Naturwissenschaftliche, insbesondere botanische Interessen waren im bürgerlichen Umkreis von Goethe und Herzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach an der Tagesordnung; Hornys Vater hatte bereits für naturwissenschaftliche Veröffentlichungen Pflanzen gezeichnet. Die Kolorierung von Kupferstichen botanischer Werke wird auch dem Sohn, der in der Weimarer Kunstschule im Zeichnen unterrichtet wurde, vertraut gewesen sein. Die Karlsruher Aquarellstudie schuf Franz Horny jedoch in Italien, wohin sein Förderer und Gönner Freiherr von Rumohr ihn 1816 mitgenommen hatte. In Rom arbeitete der junge Künstler bei Joseph Anton Koch, Peter von Cornelius und im Kreis der Nazarener. Cornelius hatte im September 1817 vertraglich vereinbart, für Marchese Carlo Massimo ein Zimmer seiner Villa am Lateran mit Fresken zu Dantes Göttlicher Komödie auszustatten. Für die Ausführung der Frucht- und Blumengirlanden des Deckenbildes plante Cornelius Franz Horny ein, dessen künstlerische Begabung im Zeichnen von Pflanzen er außerordentlich schätzte. Dieser fertigte innerhalb kurzer Zeit Hunderte von Blättern nach der Natur an, die zu den schönsten Blumenstudien ihrer Zeit zählen. Nachdem Kronprinz Ludwig I. Cornelius im Frühjahr 1818 nach München berief, wurden die bereits vorhandenen Kartons nicht mehr als Fresko ausgeführt. Horny, den Cornelius gerne als Gehilfen mit nach München genommen hätte, blieb als Schützling Rumohrs in Italien, wo er bereits 1824 an einem Lungenleiden starb.

Außer diesem Aquarell besitzt das Karlsruher Kupferstichkabinett noch eine Aktstudie in Bleistift von Franz Horny.

[D.S.]

Künstler*in
Franz Theobald Horny
Titel
Astern, eine blaue Traube, zwei Mispelfrüchte und ein Stück Walnuss
Entstehungszeit
1817
Technik
Aquarell Deckfarben Bleistift
Material
Papier
Maße Blatt
33,6 × 23,3 cm
Inventarnummer
1993-33
Abteilung
Kupferstichkabinett
Newsletter

Auch während der sanierungsbedingten Schließung informieren wir Sie hier über die Geschehnisse hinter den Kulissen der Kunsthalle.