Landschaft mit Reisenden an einer Furt
Beschreibung
Eine Gruppe von Menschen bahnt sich zu Fuß und zu Pferd den Weg durch ein seichtes Gewässer. Ihr Reiseziel bleibt offen: Ist es die Stadt, die im Hintergrund zu erahnen ist und der sich die beiden Reiter*innen auf dem Schimmel zuwenden? Oder folgt die Gruppe dem Hinweis des Begleiters, der mit einer ausladenden Geste in eine andere Richtung deutet?
Zu dem kleinformatigem, auf Kupfer gemalten Werk existiert das formatgleiche Pendant »Flusslandschaft mit Fischerboot« (Inv. 3064). Dieses Gegenstück zeigt Menschen am Ufer eines Flusses: Fischer, Rastende und Reisende, die ihren alltäglichen Tätigkeiten nachgehen. Beide Gemälde sind signiert und damit dem aus Wien stammenden Maler Franz de Paula Ferg zuzuordnen.
Ferg erhält seine erste Ausbildung durch seinen Vater, den Historienmaler Adam Pankraz Ferg. Entgegen dessen Wunsch, als Historienmaler zu arbeiten, entscheidet sich der Sohn für die Landschaftsmalerei. Er vertieft seine Ausbildung bei dem österreichischen Landschaftsmaler Josef Orient und bei Hans Graf, der ihn insbesondere in der Malerei figürlicher Staffage schult. Das Werk beider Lehrer ist von holländischen und flämischen Vorbildern geprägt. Diese Einflüsse finden sich auch in Fergs eigener Malerei: Seine Kompositionen orientieren sich vor allem an den sogenannten Italianisanten, also denjenigen holländischen Maler*innen, die italienische Landschaftsmotive, volkstümliche Szenerien und das besondere Licht des Südens in ihren Bildwelten darstellten.