Girlande von Blumen und Früchten

Girlande von Blumen und Früchten

Jan Davidsz. de Heem

Maße:
H 58cm B 80cm
Jahr:
um 1660
Ort:
Saal 7

Beschreibung

Jan Davidzoon de Heem gehörte zu den größten Blumen- und Früchtemalern der niederländischen Malerei.

Das Bildmotiv des Gemäldes, ein Feston, stammt aus der antiken Plastik und ist seit der Renaissance ein Dekorationsmotiv in allen Bereichen der Kunst. De Heem präsentiert die zu einer Girlande drapierten Blumen und Früchte äußerst detailliert und naturnah im Kontext einer ausgeklügelten Komposition. Nicht nur verschiedene Früchte sowie Nutz- und Zierpflanzen der heimischen und fremden Flora, sondern auch verschiedene Blüh- und Reifezustände verdichten sich zu einer barocken Formen- und Farbenvielfalt, die dem Betrachter entgegenquillt.

Mit einer emailartig glatten Feinmalerei und einer akzentuierenden Lichtführung erzielte der Maler eine täuschend echte Plastizität: De Heem schuf ein sogenanntes Trompe-l’ œil (französisch „täusche das Auge“) oder illusionistisches Gemälde.

Trauben, Pflaumen, Kirschen, Kastanien, Mispeln, Zitronen und Pomeranzen erscheinen neben Tulpen, Apfelrosen und Schneeballkugeln, dazwischen sind Weinlaub, Disteln und als Rarität aus dem tropischen Amerika ein Maiskolben erkennbar. Hier und da blitzen glänzende Tauperlen hervor. Kornähren überziehen wie in peitschenden Schwüngen das Gebinde – sie sind das Signet des Künstlers. Und schließlich tummeln sich auch Schnecken, Schmetterlinge und andere Insekten im Bild. In den oberen Ecken wird die Girlande durch blaue Seidenschleifen gehalten und vor dem Hintergrund einer dunklen Steinplatte präsentiert. Sie hat exakt dieselben Maße wie die Leinwand und trägt zur Augentäuschung bei.

In größter Formenpracht feiert dieses Stillleben die Schönheit und den Reichtum der Natur. Alles blüht, reift, welkt und verdorrt, wobei Herkunft und Jahreszeit der Pflanzen keine Rolle spielen. Vielleicht war das Bild einst Teil eines Raritätenkabinetts, wo es Kunst und Natur gleichermaßen repräsentierte. In jedem Fall hing es im Malereikabinett der Markgräfin Karoline Luise im Karlsruher Schloss. Sie hatte es 1763 erworben.

Daten und Fakten

Titel: Girlande von Blumen und Früchten
Künstler: Jan Davidsz. de Heem
Entstehungszeit: um 1660
Inventarnummer: 361
Epoche: Barock
Material: Leinwand
Technik: Ölfarbe
Genre: Stillleben
Gattung: Gemälde
Abteilung: Alte Malerei (vor 1800)
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