Die Windsbraut

Die Windsbraut

Max Ernst

Maße:
H 81cm B 100cm
Jahr:
1927
Ort:
Orangerie

Beschreibung

Als ein Hauptvertreter des Surrealismus gehörte Max Ernst zu den Pionieren bei der Erforschung des unbekannten Kontinents der Seele. Sigmund Freuds Psychoanalyse bildete die Grundlage für die automatischen Verfahren, die Max Ernst auch in der „Windsbraut“ zur Methode kreativen Schöpfens machte.

In dem Gemälde verbinden sich Landschaft und kosmische Weite unverhofft mit einem mythischen Zwitterwesen: Zwei ineinander verschlungene Pferdeleiber schweben unter dem kalten Licht eines rätselhaften Gestirns über der Silhouette eines Berges. Sie scheinen eine Windhose zu verkörpern und lassen zugleich an Erotisches denken – Luftwirbel und Lustwirbel in einem.

Die Surrealisten versuchten, das Unbewusste in der Kunst auszudrücken, und machten das Triebhafte zum Gegenstand ihres Denkens und Malens. Die „Libido“ war von Sigmund Freud als Hauptantrieb menschlichen Handelns gedeutet worden, und so mag Max Ernst hier den Kampf der Geschlechter gemeint haben. Der Künstler lässt seine Fantasiegestalten jedoch für die Assoziationen der Betrachter*innen offen.

Bei der Suche nach verborgenen Innenwelten bezog Max Ernst den Zufall bewusst mit ein: So gingen der Umriss und die Binnenstruktur des Pferdepaares aus Abdrücken hervor, die in Farbe getränkte und auf die Leinwand geworfene Schnüre hinterließen – ein Verfahren, das Empreinte genannt wird. Das Rechteck auf dem schwarzen Grund wiederum entstand in der Technik der Grattage, bei der Gegenstände durch die darüber gelegte Leinwand gerieben wurden.

Daten und Fakten

Titel: Die Windsbraut
Künstler: Max Ernst
Entstehungszeit: 1927
Inventarnummer: 2574
Epoche: Surrealismus
Material: Leinwand
Technik: Ölfarbe
Genre: Allegorie
Gattung: Gemälde
Abteilung: Neue Malerei (nach 1800)
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