Blumenstilleben im grünen Krug

Blumenstilleben im grünen Krug

Odilon Redon

Maße:
H 47cm B 38cm
Jahr:
1866/68
Ort:
Saal 3

Beschreibung

Odilon Redon – eigentlich Bertrand Redon – wurde 1840 in Bordeaux geboren. Bereits seit seiner Kindheit interessierte er sich für das Zeichnen und stellte 1867 erstmals seine Grafiken im Pariser Salon aus. Das kleine Stillleben zählt zum Frühwerk des Künstlers, der weniger durch seine Gemälde als durch Grafik bekannt wurde. Seine Themen sind oft düster und visionär. Er war ein Einzelgänger, wird aber den Symbolist*innen zugerechnet.

Thema dieses Gemäldes ist nicht ein kunstvoll arrangierter Blumenstrauß. Vielmehr scheinen es die Mitbringsel eines sommerlichen Spazierganges zu sein, die daheim in ein passendes Väschen kamen. Eine voll erblühte rote Mohnblume, die den Betrachter*innen zugewandt ist, bildet den Mittelpunkt des Bildes. Der erste Eindruck des Zufälligen wird durch die fein abgestimmte Farbig-keit und den planvollen Aufbau des Bildes widerlegt. Die verschieden hoch angeordneten Blüten bilden zwei Diagonalen, die den Raum nach den Seiten und in die Tiefe hinein erschließen und das Gleichgewicht der Komposition bewirken. Der Künstler verbindet drei Ansichten einer Blüte: von vorne, von der Seite und von hinten.

Das Blumenstillleben weist sich durch eine Widmung als Geschenk an Redons Jugendfreund Alfred Maitre aus. Doch zeugt die Sorgfalt des Gemäldes auch von der Wiederaufnahme der Stillleben-malerei im Geiste Jean Siméon Chardins, der seit den vierziger Jahren des Jahrhunderts wieder-entdeckt wurde. Die neue Bedeutung, die dem Stillleben zukam, hing mit der Ablehnung der Aka-demie und der Salonmalerei zusammen: Die gering geschätzten »natures mortes« boten die Frei-heit, sich im Malen von Licht, Farbe und Struktur zu üben.

Daten und Fakten

Titel Blumenstilleben im grünen Krug
Künstler*in Odilon Redon
Entstehungszeit 1866/68
Inventarnummer 2504
Material Leinwand
Technik Ölfarbe
Gattung Gemälde
Abteilung Neue Malerei (nach 1800)
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