Kunsthalle x Jaqueline Scheiber
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Hier spricht Intimität.
Ein Akt, der nicht verführen will, sondern alltägliche Schönheit zulässt. Nach heutigen Standards wirkt dieser Einblick wie eine ungeschönte und rohe Annäherung. Ein Körper, der sich nicht inszeniert, sondern existiert.
1908, in der die frühe Moderne, Nerv und Nervosität den Zeitgeist diktiert – trotzdem wirkt das Motiv wie ein Gegenentwurf zum besitzenden Blick.
Wer spricht hier: Das unbekannte Modell, das uns durch die Rückenansicht kaum Identitätsspielraum bietet, oder der Maler, der das Sehen selbst zum Thema macht?
Die Abbildung des Rücken der Frau zeigt ambivalent auf: Wir sind unmittelbar nah und doch außen vor. Und genau dort, an dieser Schwelle, könnte eine Stimme entstehen, die wir selten so in der Betrachtung von Kunst und Frauen in der Kunst äußern.
Es spricht die Stimme des Körpers, der nicht erklärt, nicht lächelt, nicht antwortet. Die eigentliche Intimität liegt darin, dass wir nicht unbegrenzten Zugriff auf einen fremden Körper haben.