Bildnis eines Ehepaares mit einem Kinde

Bildnis eines Ehepaares mit einem Kinde

Peter Paul Rubens

Maße:
H 116cm B 112cm
Jahr:
um 1609
Ort:
EG Mohl

Beschreibung

Die Malerei des Flamen Peter Paul Rubens bildet einen Höhepunkt der Barockkunst des 17. Jahrhunderts. Sein Schaffen ist in der Kunsthalle mit vier Werken vertreten, unter denen sich dieses eindrucksvolle Bildnis befindet. Es gewährt uns einen Einblick in die damalige Rollenverteilung innerhalb einer Familie.

In strenger Form werden uns die Porträtierten vorgeführt: der Vater auf der linken, bevorzugten Seite des Bildes. Er sitzt breit im Sessel mit aufgestütztem Arm – eine selbstbewusste Gebärde, die man auch von Fürstenbildnissen kennt. Die Ehefrau ist etwas in den Hintergrund gerückt. Auch sie zeigt eine traditionelle Geste, indem sie die rechte Hand ergebungsvoll vor den Leib legt. Zwischen ihnen befindet sich das Kind auf gleicher Bildebene wie der Vater – der Erbe und Stammhalter.

Der Junge hat eine Weintraube in der Hand, wie sie das Jesuskind auf vielen Bildern hält. Sie verweist auf die Eucharistie und ist in der niederländischen Tradition zudem ein Sinnbild der Keuschheit. Auch das Schmuckkreuz der Mutter zeugt von der Religiosität der Familie. Die Ehepartner treffen sich nicht in ihrem Blick, sondern bei dem Kind: Beide berühren es liebevoll.

Alle Beteiligten sind in die damals modische, strenge dunkle Tracht mit steifem Kragen gekleidet. Sie schauen aufmerksam aus dem Bild und stellen sich dar. Das Intime und Persönliche einer Familie tritt ganz hinter dem Offiziellen zurück.

Daten und Fakten

Titel: Bildnis eines Ehepaares mit einem Kinde
Künstler: Peter Paul Rubens
Entstehungszeit: um 1609
Inventarnummer: 177
Epoche: Barock
Material: Leinwand
Technik: Ölfarbe
Genre: Porträt
Gattung: Gemälde
Abteilung: Alte Malerei (vor 1800)
Newsletter

Unser Newsletter informiert Sie über das Geschehen hinter den Kulissen der Kunsthalle.