Eindrückliches
Landschafts- und Stadterfahrung in Wort und Bild
Stadt und Land, belebte Straßen und Landschaften mit leisen Naturgeräuschen oder drohendem Wetterumschwung:
Bei dieser Station der Tour treten die Künstler*innen Fabian Roth-Neda, Robert Braun, Klaus Höflmeier, Jonas Ludwig und Anna Sewanian verschiedensten Landschafts- bzw. Stadtgemälden gegenüber und schildern in Bildern und Worten ihre Eindrücke.
Kapitel 1: Der Blick aufs Wesentliche
Der rote Punkt auf der Karte zeigt Ihnen den Ort des nächsten Gemäldes.
Ein Mond, dessen Schein durch die vorüberziehenden Wolken dringt: Das so einfache und doch so eindrucksvolle Motiv hat auch Fabian Roth-Neda in den Bann gezogen.
Die Striche, aus denen sich bei ihm die Farbflächen zusammensetzen, scheinen die Szene in Bewegung zu versetzen.
Welche Naturerlebnisse sind Ihnen im Gedächtnis geblieben?
Um zum nächsten Bild zu gelangen, müssen Sie links um die Ecke und dann ein ganzes Stück an der langen Wand entlanggehen.
Kapitel 2: Kunst als Ruhepol
Der rote Punkt auf der Karte zeigt Ihnen den Ort des nächsten Gemäldes.
Ein Geruch, ein Geschmack, ein Motiv – was löst bei Ihnen Erinnerungen aus?
Welche Landschaftsbilder entführen Sie an die schönen Orte Ihrer Kindheit?
Robert Braun im Gespräch mit Brigitte Reisz (AHOI studios) zu der Frage, warum er sich mit Camillie Pissarros Gemälde beschäftigt hat.
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Brigitte Reisz: Und Du hast Dir das Bild ja damals ausgesucht, als wir da …
Robert Braun: Ei ja, weil’s schön ist. Irgendwie, weil … was soll ich mit hässliche Bilder anfangen? Oder wo irgendwie so unstimmig sind?
Brigitte Reisz: Und da hast Du Dir das ausgesucht mit großen Stück Himmel drauf …
Robert Braun: Sommer und Weizenfelder und so. Das löst bei mir ’ne Stimmung aus, wie Kindheitserinnerung. So’n bisschen ähnlich ist es ja auch, wo ich geboren bin. Oder früher war’s so. Mit große Fläche, mit Grasfläche … ’n kleiner See und so. Oder Sommer halt irgendwie, wo Grillen und alles ist warm.
Brigitte Reisz: Und Dein Bild ist so ein bisschen so farbiger und vielleicht …
Robert Braun: Ja, ja … Ist natürlich ein Experiment. Ich kann den ja nicht voll abmalen oder so. Aber im Endeffekt gibt’s immer ein, so weiche Stimmungen, harmonische Stimmungen, grad das Gegenteil von meinem ganze Chaos. Und da war ich glücklich als Kleinkind. Tiere, Hasen, Hühner, Kuh, Schweine … Und das hat auch immer so ganz bestimmt gerochen. So ein ganz toller Geschmack halt bei der Hase und so. Wie Heu eben. Heu muss man erlebt haben.
Dieses Transkript wurde KI-gestützt erstellt und anschließend redaktionell überarbeitet.
Welche Aufgaben erfüllt für Sie Kunst? Für Robert Braun ist sie eine Art Gegenentwurf.
Robert Braun im Gespräch mit Brigitte Reisz und Daniela Schwarz (beide AHOI studios)
Daniela Schwarz: Wenn man schaut, was zu dem Bild in der Beschreibung der Sammlung steht, heißt es, das Bild „zeugt von einer freudvollen Harmonie des Schauenden mit der Natur.“
Ich habe das Gefühl, das ist auch das, was Dich zu dem Bild zieht.
Robert Braun: Ja, genau. Ich leb ja in einer Welt, also, wer da noch normal ist. Kriege, Seuchen, gegenseitiges Misstrauen, Ängste – was ist denn das für eine Welt?
Daniela Schwarz: Und da findest Du Ruhe in der Naturbetrachtung?
Robert Braun: Ja. […] Ich möchte keine Bilder machen, wo Menschen zu irgendwelchem Stress kommen oder zu chaotischen Gefühlen. Ich will etwas vermitteln, damit im Menschen nicht ständige Unruhe entsteht. Also manche Bilder lösen ja irgendwelche komischen Sachen aus.
Brigitte Reisz: Wenn Du sagst, das willst Du nicht auslösen, was willst Du dann auslösen?
Robert Braun: Dass der Mensch vielleicht an etwas erinnert wird, das ihm als Kind gutgetan hat. Dass man die Natur wieder schätzen lernt.
Die beiden nächsten Beiträge sind nicht direkt zu einem bestimmten Werk der Sammlung entstanden. Sie können sich das nächste Kapitel also direkt hier anschauen.
Kapitel 3: Von Bildern zu Worten
Zwischen Landschaftsbildern als Inspirationsquelle und angestoßen durch Wort-Impulse, verleihen zwei Künstler ihren Natureindrücken auch sprachlich Ausdruck.
Klaus Höflmeier, Gedicht (ohne Titel), 2025
ich meisterte
die Natur der Welt
die Euphorie der
Symphonie empor
ich ATME ein und
aus die Natur
begeistert mich
ich lasse mich
begleiten von dieser
Natur das ist
es, mehr der
Wunder der Natur
in dieser Kultur
der Kunst
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Jonas Ludwig, Gedichte (ohne Titel), 2025
GITICHT 1
ICH BIN MUTIK IM
SOMMER UND ICH BIN
TROCKEN AUCH NICHT
LAUT ER BIN ICH BLAU:
GITICHT 2
MACHT ES WIE EIN
TRAUM EINE TOLLE
FRAU ZU HABEN NUR
IM SOMMER BLAU:
GITICHT 3
LAUNE MACHT SPASS
UND HITZE IST HEIY
TROKEN IST NICHT WIE
TRAUM IST TRAUM
WIE SCHATTEN:
GITICHT 4
SOMMERBLAU IST WIE
GROßE LIEBE SCHMETALINGE
IM BAUCH TRAUM MANN ZU
FINDEN ER SOLL IM SCHATTEN
GEHEN:
GITICHT 5
DER BODENSEE
IST WIE MEINE URLAUBS
ZEIT ZUM ABSCHALTEN
DAS GUTE ESSEN AM
SEE SCHMECKT WIE
WEINACHTEN POOL
IST MEIN WOHN
ZIMMER FRÜSTÜCK
BÜFFET IST WIE MITTAG
ESSEN UND ABEND
ESSEN IST GEIL
DIE EIER SIND SUPER
GITICHT 6
GENSCHNBLÜMCHEN
SIND WEISS GELB
UND GRÜN WÄRE
DER RASEN DIE
BÄUME SIND BRAUN
BLÄTTER SIND GRÜN
HIMMEL IST BLAU
WEISS GELB IN
BEWEGUNG
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Das nächste Gemälde befindet sich ganz in der Nähe an derselben Wand wie die sommerliche Landschaft aus Kapitel 2.
Kapitel 4: Bewegte Stadtkulisse
Der rote Punkt auf der Karte zeigt Ihnen den Ort des nächsten Gemäldes.
ALBERT
MARQUET
1875 – 1947
AUS GOLD HOLZRAHMEN WURDE
DAS BILD GERITZT IN PARIS BEI
REGEN IST AUCH RAUCH ZU SEHEN
UND LEUTE SIND AUF DER BRÜCKE
MIT PFERDE KUTSCHEN AUSSERDEM
IST EIN FLUSS UND HÄUSER ZU
SEHEN.
ES WURDE AUS ÖL GEMALT
RECHTS EIN ÖL WERK
SEIN ÖL WIRD HERGESTELLT ?? UND
DER HIMMEL IST BEIM WEINEN
BEIM WASSER FALL LEIDER
SIND KEINE BOOTE UNTERWEGS.
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Jonas Ludwig liest seine in einen Text gefassten Eindrücke vor Albert Marquarts Gemälde.
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Auch das letzte Bild dieser Station befindet sich an derselben Wand. Sie müssen nur noch ein Stückchen weiter an ihr entlanglaufen.
Kapitel 5: Landschaft im Umschwung
Der rote Punkt auf der Karte zeigt Ihnen den Ort des nächsten Gemäldes.
Anna Sewanian beschreibt im Gespräch mit Isabel Dotzauer (Staatliche Kunsthalle Karlsruhe) ihre Eindrücke vor Emil Noldes Gemälde.
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Isabel Dotzauer: Was… was fesselt Dich an dem Bild?
Anna Sewanian: Das ist ein… ein grüner Wall einfach, ne? Monumental, ne? Kommt das hier rüber.
Mann aus dem Off: Ja, kommt gut rüber.
Isabel Dotzauer: Und das Monumentale, kannst Du das beschreiben?
Anna Sewanian: Ja, das ist die grüne Wand, die da ist, ne? Das ist überwältigend, ne?
Isabel Dotzauer: Vielleicht auch die Größenverhältnisse?
Anna Sewanian: Ja, ja. Normalerweise ist ja die Kirche, das Gebäude in einem Dorf, was am höchsten ist, ne?
Isabel Dotzauer: Mhm. Und wie ist es hier?
Anna Sewanian: Hier scheint es auch so zu sein, weil der Kirchturm, der überragt ja.
Isabel Dotzauer: Ja.
Anna Sewanian: Aber dieses Grün, dieses Dunkeldunkelgrün … Wie gesagt, überwältigend, ne? Da kann man davor sitzen und sagen: Oh, toll!
Isabel Dotzauer: Ja. Und so wie der Bildausschnitt gewählt ist, hat das Grün ja auch ganz viel Raum.
Anna Sewanian: Ja, und Gelb auch ein bisschen.
Isabel Dotzauer: Ja, ja.
Anna Sewanian: Aber bei dem Gelben bin ich mir nicht so sicher, was das sein soll.
Isabel Dotzauer: Was könnte es denn sein Deiner Meinung nach?
Anna Sewanian: Ich weiß nicht. Also… die Sonne ist ja normalerweise gelb, ne?
Isabel Dotzauer: Mhm.
Anna Sewanian: Aber das ist ja…
Isabel Dotzauer: Könnte das ein Wetterwechsel sein oder…?
Anna Sewanian: Könnte sein, ja.
Isabel Dotzauer: Was würde da passieren dann?
Anna Sewanian: Ein Gewitter könnte ausgelöst sein. Das ist echt… also da kriegt man Angst!
Isabel Dotzauer: Das rollt so ran. Mit so einer…
Anna Sewanian: War das Bild letzte Woche auch da?
Isabel Dotzauer: Ja.
Anna Sewanian: Wie konnte ich das übersehen?
Isabel Dotzauer: Vielleicht, weil Du mit dem Rücken dazu gesessen hast. Wir haben auf die Wand gegenüber geguckt.
Anna Sewanian: Ah, okay, ja.
Isabel Dotzauer: Dann fällt es Dir erst heute auf, ja.
Anna Sewanian: Ja, das ist… das ist also… Da kann man auch von Struktur reden, ja?
Isabel Dotzauer: Da sieht man mehr von der Struktur.
Anna Sewanian: Das die Häuser Dächer haben, die mit Struktur sind.
Isabel Dotzauer: Ja, das eine ist ganz dick aufgetragene Ölfarbe.
Isabel Dotzauer: Auch da rechts… rechts ist auch schön dick.
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