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Hier erfahren Sie mehr.Alain Delorme – Quarantine
Alain Delorme
H 60cm B 80cm
2020
Orangerie
Pandemische Geräusche
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Die Corona-Zeit war geprägt von Enge und Ekel. Die ASMR-Geräusche in der Klanginstallation unterstreichen diese Zustände auf akustische Weise. Dabei kommen unter anderem Klänge zum Einsatz, die mit den Gegenständen in Alain Delormes skulpturalen Bauten assoziiert werden: Harte Nudeln und Kartoffeln werden zerbissen, Fischstäbchen in Fett angebraten, Quietschgeräusche mit Plastikhandschuhen erzeugt.
Der dominierende Klang – und vermutlich auch derjenige, der bei den Hörer*innen das meiste Unbehagen auslöst – stammt vom Mund. Während der Pandemie war der Mund, als Einfalltor von Viren per Tröpfcheninfektion, besonders stark mit Ängsten und Ekel besetzt. Diese Assoziation wird vor allem durch Schlürf- und Spuckgeräusche hervorgehoben.
Einige Klänge der Collage lassen sich mehrdeutig interpretieren: Das Quietschen der Plastikhandschuhe erinnert auch an das Reinigen glatter Oberflächen mit Reinigungsmitteln; das Brutzeln von Fett lässt sich als Geräusch eines aufgedrehten Wasserhahns deuten. Der Reinigungsprozess, der mit diesen Klängen assoziiert wird, ist ebenso symbolisch für die Quarantäne wie das wiederkehrende Atemgeräusch – ein Hinweis auf die möglichen Folgen einer durch das Corona-Virus geschädigten Lunge.
Durch die Geräuschkulisse wird das ambivalente Erleben während der Quarantäne deutlich: zwischen dem Gefühl der Enge und Kontrolle einerseits und einer verordneten Zwangspause andererseits, in der vielleicht auch Raum für zuvor verdrängte Tätigkeiten entstand.
In der Soundinstallation endet die Quarantäne mit dem Verlassen des akustischen Innenraums. Beim Betreten des Außenbereichs werden die Geräusche weniger immersiv und entfernen sich zunehmend vom Ursprung.
Elisa-Sophie Freede
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