Symbiose aus Natur und Architektur
0:00
0:00
Hier bricht sich die Natur Bahn, infiltriert die Architektur und setzt sich über von Menschenhand gesetzte Grenzen hinweg. Wie die Natur Terrain zurückerobert, demonstriert Henrique Oliveira mit seinen Werken immer wieder.
Knorrige Wurzeln sprengen Wände und Böden. Sie winden sich und recken sich empor. Die Verästelungen verschaffen sich Platz und nehmen teils zart, teils energisch den Raum um sich herum ein. Die Eindringlinge scheinen übermächtig. Der immersive Charakter dieses Wachstums regt zum Nachdenken über die transformative Kraft von natürlichen Prozessen an.
Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen
Oliveira nutzt für seine großen Installationen oftmals recycelte Materialien wie Sperrholz oder Bauzäune, die er Schicht um Schicht abzieht, um dünne, fragile Teile für die Außenhaut seiner Installationen zu gewinnen. Übereinander, aneinander und miteinander verschränkt werden die Einzelteile zusammengetackert, um fließende, baumartige Strukturen zu schaffen.
Er inszeniert eine Art Kreislauf mit aus der Natur entnommenen Rohstoffen, die zu Brettern und Platten verarbeitet wurden und schließlich in seinen Werken in eine natürliche Form zurückgeführt werden.
Reminiszenz
Die Plastik ergreift von der Architektur Besitz, die ursprünglich für Natürliches entstand: Die Orangerie bot, als temporäreres Pflanzenhaus direkt im Botanischen Garten situiert, insbesondere empfindlichen Zitruspflanzen einen geschützten Ort.
Oliveiras Installation zollt den alten hochgewachsenen und ausladenden Bäumen im direkten Umfeld der Orangerie Tribut und führt Vegetabiles in einer artifiziellen Form, als skulpturale Nachbildung an den ursprünglich für sie konzipierten Ort zurück.