Kaktusmensch II

Kaktusmensch II

Julio González

Maße:
H 84.7cm B 30cm T 19.4cm 
Jahr:
1940
Ort:
nicht ausgestellt

Beschreibung

Der Titel „Kaktusmensch II“ macht klar, dass der spanische Bildhauer Julio González nicht nur ein Exemplar dieser hybriden Art schuf. Das Karlsruher Werk hat tatsächlich ein Pendant – und beide zusammen lassen sich als männlich-weibliches Kaktusmenschen-Paar identifizieren.

Julio González gilt als Vater der Eisenplastik. Seine schlanke, hybride Mutation kann als Figur mit erhobenen Armen gelesen werden. Augen und Mund scheinen weit geöffnet. An Beinen, Unterleib und einem der Arme stellen eingearbeitete Nägel die Stacheln dar. Im Vergleich mit der kurz zuvor entstandenen Figur, die sich heute im Institut Valencià d’Art Modern befindet, ist die Karlsruher Skulptur feingliedriger und zierlicher. Ihr männliches Gegenstück greift robuster in den Raum aus, wirkt kantiger und weniger organisch gerundet.

Für diese Bildfindung ist nicht allein González‘ Lust an der surrealen Verwandlung des Alltäglichen ausschlaggebend. Der Künstler lässt hier einen Menschen zur Pflanze mutieren, weil er auf einen uralten Mythos und seinen Gehalt anspielt: Bedrohung und Leid verursachen unter Umständen die Verwandlung von Geschöpfen, einen Anpassungsdruck, der zu Selbstschutzreflexen führt. Während sich Daphne auf der Flucht vor Apoll dessen Zugriff durch die Verwandlung in einen Lorbeerbusch entzieht, zeigt González eine Figur, die sich panzert und abschirmt, widerborstig und wehrhaft wird. Bedenkt man den zeithistorischen Hintergrund, scheint die Ursache klar: Das Menschenpaar entstand zu Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Daten und Fakten

Titel Kaktusmensch II
Künstler*in Julio González
Entstehungszeit 1940
Inventarnummer P 146
Maße Plastik H 84.7cm B 30cm T 19.4cm
Maße G 6.4kg
Material Eisen Eichenholz
Technik geschmiedet geschweißt gewachst
Gattung Plastik
Abteilung Plastik
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