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Marie Guilhelmine Benoist - Selbstbildnis
Weitere Abbildungen
Maße:
H 95,7 cm  B 78,5 cm  
Jahr:
Anfang 1786
Ort:
Kunsthallenpräsentation im ZKM

Kunsthalle x Lisa Masé

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Malerin mit Pinsel und Palette neben einer Staffelei.

Von Frauenpower und gesellschaftlichen Rollen

Als Teil einer aristokratischen Familie genoss Marie Guilhelmine Benoist das Privileg bereits als junge Frau in ihrem künstlerischen Talent gefördert zu werden. Sie erhielt zunächst bei der Künstlerin Vigée-Lebruns Malunterricht und stellte mit 16 Jahren das erste Mal aus. Das hier gezeigte Ölgemälde entstand im Alter von 17 Jahren, nachdem sie in ihrer Ausbildung zum Historienmaler Jacques-Louis David gewechselt war. Auffällig an diesem Selbstporträt ist der wache und selbstbewusste Blick Benoists, mit dem sie sich ganz selbstverständlich – trotz der jungen Jahre – als Künstlerin präsentiert. Sogar mehr als das: mit Pinsel und Palette in der Hand inszeniert sie sich als Verkörperung der Malerei an sich.

Ausschnitt einer Abbildung des Selbstbildnisses von Marie-Guilhelmine Benoist, auf dem die Künstlerin mit lockigem Haar in die Kamera blickt. Sie hält einen Pinsel in der Hand und sitzt vor einer Leinwand, auf der sie gerade an einem Gemälde arbeitet.

Ein selbstbewusstes Selbstporträt

Interessant sind auch die weiteren Details, die sich kunstwissenschaftlich entschlüsseln lassen: Das antike Gewand und die den Betrachtenden zugewandte Pose ist als ein Zitat und Würdigung ihrer ehemaligen Lehrerin Vigée-Lebruns zu verstehen, die in diesem Stil malte. Das dargestellte Gemälde an der Staffelei wiederum verweist auf den Einfluss ihres neuen männlichen Lehrers. Es zitiert eine Vorstudie Davids zu einer seiner Historienmalereien.

Das Selbstbildnis Benoists ist also sowohl eine Selbstdarstellung der Malerin, eine übergeordnete Allegorie und letzten Endes auch ein selbstbewusstes Statement, sich auf Augenhöhe zu den eigenen Lehrer*innen begeben zu wollen. Letzteres sollte ihr auch gelingen: Nachdem der einst höfische Pariser Salon 1791 im Zuge der französischen Revolution öffentlich zugänglich gemacht wurde – und dabei alle Gesellschaftsschichten, darunter auch Scharen von Frauen anzog – konnte Marie Guilhelmine Benoist hier als erste Frau ein Historiengemälde ausstellen. Damit erfüllte sie ihren eigenen Anspruch nach einer erfolgreichen Karriere als Historienmalerin. Später wechselte sie dann aufgrund des finanziellen Drucks und als inzwischen alleinerziehende Mutter zur lukrativen Portraitmalerei. Bedauernswert ist allerdings: Trotz ihres Erfolgs und der großen Nachfrage zog sie sich ab 1814 auf Druck ihres eigenen Mannes aus der Öffentlichkeit zurück und stellte nicht mehr aus.

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Das Gemälde zeigt eine junge Frau vor einer Staffelei sitzend und ein Gemälde malend.

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Ausschnitt einer Abbildung des Selbstbildnisses von Marie-Guilhelmine Benoist, auf dem die Künstlerin mit lockigem Haar in die Kamera blickt. Sie hält einen Pinsel in der Hand und sitzt vor einer Leinwand, auf der sie gerade an einem Gemälde arbeitet.

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Daten und Fakten

Titel Selbstbildnis
Künstler*in Marie Guilhelmine Benoist
Entstehungszeit Anfang 1786
Inventarnummer 3029
Maße Bildträger H 95,7 cm  B 78,5 cm  
Maße Rahmen H 118,0 cm  B 100,0 cm  T 11,0 cm  
Material Leinwand
Technik Ölfarbe
Genre Porträt
Gattung Gemälde
Abteilung Alte Malerei (vor 1800)
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